Äquatorialguinea: Karikaturist und Aktivist Ramón Esono Ebalé muss freigelassen werden

AFR 24/7391/2017
UA-219/2017-1

Gültigkeit: Sie können an der Aktion bis jedenfalls 18. Dezember 2017 teilnehmen.



Der äquatorialguineische Karikaturist und Aktivist Ramón Esono Ebalé ist seit mehr als 50 Tagen ohne Anklage inhaftiert. Amnesty International vermutet einen Zusammenhang mit seiner regierungskritischen künstlerischen Arbeit. Das Netzwerk Cartoonists Rights Network International hat ihm den diesjährigen Preis Award for Courage in Editorial Cartooning verliehen.

Hintergrund

Am 16. September wurde in der äquatorialguineischen Hauptstadt Malabo der Karikaturist und Aktivist Ramón Esono Ebalé in Haft genommen. Der 39-Jährige und zwei spanische Staatsangehörige wurden von Angehörigen der Staatssicherheit festgenommen, als sie um etwa 19:00 Uhr gemeinsam ein Restaurant verließen. Die Beamt*innen legten ihnen Handschellen an, beschlagnahmten ihre Mobiltelefone und brachten sie zum „Büro gegen Terrorismus und gefährliche Aktivitäten“ auf der zentralen Polizeiwache. Dort wurden die Festgenommenen von mehr als einem Dutzend Sicherheitskräfte verhört. Den beiden spanischen Staatsangehörigen wurden Fragen zu dem Grund ihres Aufenthalts in Äquatorialguinea und ihrer Beziehung zu Ramón Esono Ebalé gestellt, bevor man sie wieder freiließ. Ramón Esono Ebalé verblieb jedoch auf der Polizeistation und wurde zu Karikaturen befragt, mit denen er den Präsidenten Teodoro Obiang und die äquatorialguineische Regierung kritisierte. Die Beamt*innen warnten Ramón Esono Ebalé, dass ihm aufgrund seiner Karikaturen des Präsidenten, die er im Internet geteilt hatte, Diffamierung vorgeworfen werden könne.

Ramón Esono Ebalé lebt bereits seit einigen Jahren im Ausland. Er war am 29. August vorübergehend nach Äquatorialguinea zurückgekehrt, um seinen Reisepass erneuern zu lassen. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme befand er sich nach wie vor im Land und wartete auf seinen neuen Reisepass.

In Äquatorialguinea werden Menschenrechtsverteidiger_innen und Aktivist_innen regelmäßig schikaniert und wegen ihrer Arbeit willkürlich festgenommen und inhaftiert. Allem Anschein nach sollen sie dadurch eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht werden.

In Äquatorialguinea sind Menschenrechtsverletzungen wie Verstöße gegen die Rechte auf freie Meinungsäußerung und Vereinigungsfreiheit an der Tagesordnung.


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