Angola: Wegen Teilnahme an Demonstrationen zur Auszahlung von Löhnen und Pensionen verschwunden

UA 250/12
AFR 12/003/2012
24. August 2012

Gültigkeit: Sie können an dieser Aktion bis 5. Oktober 2012 teilnehmen.


Die Kriegsveteranen António Alves Kamulingue und Isaías Sebastião Cassule wurden am 27. bzw. 29. Mai 2012 in der angolanischen Hauptstadt Luanda entführt und sind seither "verschwunden". Sie waren an der Organisation einer für den 27. Mai geplanten Demonstration beteiligt, um die Auszahlung von Pensionen und Gehältern einzufordern, die ihnen die Regierung noch schuldet.

Entführt

António Alves Kamulingue war auf dem Weg zur Demonstration am 27. Mai 2012. Aus einem Hotel rief er eine Journalistin an, um ihr zu sagen, dass er von einer Gruppe "durchtrainierter Männer" verfolgt werde, die denen ähnelten, die in den vergangenen Monaten in Luanda an der gewaltsamen Verhinderung von Demonstrationen beteiligt waren. Er hatte Angst um sein Leben. Dann wurde die Leitung unterbrochen. Seither hat niemand etwas von António Alves Kamulingue gehört oder gesehen.

Zwei Tage später wurde Isaías Sebastião Cassule im Luandaer Bezirk Cazenga von vier Männern verschleppt. Er hatte einen Anruf von einer unter dem Namen Tunga bekannten Person erhalten. Dieser Mann hatte behauptet, er habe eine Videoaufnahme der Entführung von António Alves Kamulingue. Daraufhin traf sich Isaías Sebastião Cassule begleitet von einem zweiten Mann mit Tunga. Dieser zweite Mann berichtete später, dass sich ihnen nach etwa 15 Minuten vier "gut durchtrainierte" Männer näherten. Er rannte weg, doch von Isaías Sebastião Cassule fehlt seither jede Spur.

Untätigkeit der Polizei

Die Familien der beiden verschleppten Männer meldeten deren "Verschwinden" der Polizei und suchten zugleich selbst weiter nach ihnen. Die Polizei beteuerte wiederholt, sie hielte die beiden Männer nicht fest. Amnesty International geht davon aus, dass für den Staat tätige Agenten António Alves Kamulingue und Isaías Sebastião Cassule verschleppt haben könnten.

Wahlkampf in Angola

Am 31. August 2012 wurden in Angola der Präsident und das Parlament neu gewählt. Seit der Ankündigung der Wahlen schränkten die Behörden die Rechte auf freie Meinungsäußerung, Versammlung und Vereinigung vehement ein.
Seit März 2011 finden in Luanda regierungskritische Demonstrationen statt. Diese Demonstrationen, die meist von Studierenden organisiert werden, werden häufig gewaltsam verhindert. Erst geschah das durch die Polizei, danach verhinderten Gruppen "durchtrainierter" Zivilpersonen, die straflos und mit stillschweigender Duldung der Polizei agieren können, die Demonstrationen. Die Demonstrierenden gehen davon aus, dass diese "gut durchtrainierten" Zivilpersonen Angehörige der Staatsicherheitspolizei sind. Die OrganisatorInnen der Demonstrationen werden von diesen Zivilpersonen häufig anonym per Telefon in ihrer körperlichen Unversehrtheit bedroht, und einige OrganisatorInnen wurden bereits in ihren Wohnungen von diesen Zivilpersonen tätlich angegriffen.

António Alves Kamulingue und Isaías Sebastião Cassule beteiligten sich den regierungskritischen Demonstrationen.

Forderung nach Auszahlung von Löhnen und Gehältern

Darüber hinaus waren die beiden an der Organisation einer für den 27. Mai geplanten Demonstration beteiligt, die ursprünglich von den Kriegsveteranen und ehemaligen Angehörigen der Präsidentengarde geplant waren. Dabei ging es um die Forderung nach Auszahlung von Pensionen und Gehältern, die ihnen die Regierung noch schuldet.

Die Angehörigen der ehemaligen Präsidentengarde beschlossen in letzter Minute, nicht an der Demonstration teilzunehmen, aber die KriegsveteranInnen blieben bei ihrem Vorhaben. Noch ehe die Demonstration begann, wurde sie von der Polizei gewaltsam verhindert und die Menschen, die daran teilnehmen wollten, wurden auseinandergetrieben.

Helfen Sie mit.

Fordern Sie Informationen über das Schicksal von António Alves Kamulingue und Isaías Sebastião Cassule. Schicken Sie die Musterbriefe an die zuständigen Behörden.

Musterbriefe zum Runterladen

Schicken Sie Kopien der Briefe an

Botschaft der Republik Angola
I.E. Frau Maria De Jesus Dos Reis FERREIRA
Botschafterin
Seilerstätte 15/10-11
1010 Wien

Wenn Sie einen Antwortbrief aus Angola oder von der Botschafterin in Österreich erhalten, schicken Sie bitte eine Kopie davon an afrika-sued@amnesty.at, damit diese die Campaignerin verständigen können.


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