Bangladesch: Engagierte Gemeinderätin unter Druck



Vergewaltigt und bedroht

Die Kommunalpolitikerin Rowshan Ara Begum wurde am 1. Mai 1999 in ihrer Wohnung vergewaltigt. Seitdem sie die fünf Täter angezeigt hat, werden ihre Familie und Anwälte von den Tätern eingeschüchtert und bedroht, ohne dass die Behörden dagegen eingreifen.

Für die Armen und gegen die korrupten Mächtigen

Als Abgeordnete des Stadtrates (Union Parishad, UP) setzt sich Rowshan Ara Begum konsequent für die arme Bevölkerung ein. Ein schwieriges und nicht immer erfolgreiches Unternehmen für eine Frau, die selbst aus einfachen Verhältnissen stammt. Wiederholt hatten männliche Abgeordnete des Gemeindeparlaments Frau Rowshan Aras engagierte Bemühungen vereitelt, Unterschlagungen durch die Ratsmitglieder zu verhindern und dafür zu sorgen, dass diese Mittel stattdessen den ärmeren Schichten zugute kommen.

Brutale Vergewaltigung

Am 1. Mai 1999 wurde die Kommunalpolitikerin bei sich zu Hause im Stadtteil Kishorgonj der Hauptstadt Dhaka von fünf Männern aufgesucht. Berichte liegen vor, dass diese fünf Männer mit Wissen des Vorsitzenden des Stadtrates Weizen und medizinische Güter, die für die Gemeinde vorgesehen waren, an private Händler verkauft hatten.

Die fünf Männer wollen Rowshan Ara Begum zwingen, ein Papier zu unterzeichnen. Doch sie weigerte sich, weil sie befürchtete, dass es sich um eine Rücktrittserklärung handle. Die Männer reagierten mit Gewalt: Vor den Augen ihrer 13-jährigen Tochter Shara wurde Rowshan Ara brutal verprügelt. Dann wurde Shara ausgesperrt, während zwei Männer die Mutter vergewaltigten.

Die Tortur geht weiter

Rowshan Ara Begum zeigte ihre Peiniger an. Zunächst wurden alle fünf Männer festgenommen; drei von ihnen wurden jedoch gegen Kaution wieder freigelassen.

Seitdem werden die Politikerin, ihre Kinder und ihre Anwälte von den Tätern eingeschüchtert und bedroht. Ein Belastungszeuge ist aus Angst vor Vergeltung nicht mehr bereit, vor Gericht auszusagen. Die Behörden schauen weg, anstatt Frau Rowshan Ara zu schützen.

Was können Sie tun?

Schreiben Sie an die Premierministerin von Bangladesch und fordern Sie wirksame Maßnahmen zum Schutz von Frau Rowshan Ara Begum. Die Behörden sollen dafür Sorge tragen, dass umgehend den Drohungen gegen die Kommunalpolitikerin, ihre Familie, ihre Anwälte und gegen Zeugen der Anklage in dem Vergewaltigungsprozess Einhalt geboten wird und die für die Drohungen Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

Adresse:

Prime Minister Sheikh Hasina
Office of the Prime Minister
Dhaka
BANGLADESCH

Telefax: (00 880) 2-811 3243
e-mail: pm@pmo.bdonline.com

Musterbrief:

Dear Prime Minister,

It has been brought to my attention that Rowshan Ara Begum of the Union Parishad (UP) was beaten and raped at her home on 1 May 1999. Because of her gender, her poor background and her determined efforts for the poor she has continually faced dicrimination within the UP, especially by male members. The police have done little to protect her, and she, her family and her lawyers are still being threatened by the five men. I am appalled at this.

I urge you to take appropriate measures to prevent the threats to Rowshan Ara Begum and to make sure that those responsible for the crimes committed are brought to justice.

Yours sincerely,