Brasilien: Fischerei-GewerkschafterInnen nach Morden und Drohungen in Gefahr

UA-185/12
Index: AMR 19/009/2012
2. Juli 2012 (Aktualisierung von 14.1.2012)

Sie können an der Aktion bis 13. August 2012 teilnehmen.


Alexandre Anderson de Souza, Präsident der am Rande von Rio de Janeiro ansässigen Fischereigewerkschaft Associação Homens e Mulheres do Mar (AHOMAR), und seine Ehefrau Daize Menezes de Souza wurden bereits wiederholt wegen ihrer Umweltschutzaktivitäten bedroht. Nach der Ermordung von zwei Mitgliedern der Gewerkschaft Ende Juni 2012 schwebt das Ehepaar in großer Gefahr. Die beiden werden nicht ausreichend geschützt.

Mord an zwei Gewerkschaftern

Ende Juni 2012 wurden Almir Nogueira de Amorim und João Luiz Telles Penetra, zwei Fischer und aktive AHOMAR-Gewerkschafter, in der Meeresbucht Guanabara in Rio de Janeiro tot aufgefunden. Die beiden Männer waren verschwunden, seit sie am 22. Juni 2012 zum Fischen aufgebrochen waren. Erste Untersuchungen der Mordkommission deuten darauf hin, dass beide Männer gefesselt und anschließend ertränkt wurden.

Morddrohungen und ungeklärte Morde an GewerkschafterInnen

Den beiden Toten ging eine noch anhaltende Welle von Drohungen gegen Alexandre Anderson de Souza, seine Ehefrau Daize Menezes de Souza und weiteren GewerkschafterInnen voraus. Die Drohungen sind eine Reaktion auf die Beschwerden der Organisation im Zusammenhang mit dem Bau einer Gaspipeline in der Meeresbucht und den Umweltschäden, die den Lebensunterhalt der traditionellen Fischer gefährden. Am 22. Mai 2009 wurde der Schatzmeister der Fischereigewerkschaft, Paulo César dos Santos Souza, vor den Augen seiner Frau und Kinder erst zusammengeschlagen und dann durch einen Kopfschuss getötet. Im darauffolgenden Jahr wurde Márcio Amaro, ein Gründungsmitglied der Gewerkschaft, ebenfalls in seinem Haus erschossen. Beide Fälle wurden bis heute nicht aufgeklärt. Alexandre Anderson de Souza hat nach eigener Aussage in den vergangenen drei Jahren sechs Anschläge auf sein Leben überlebt.

Unzureichender Schutz

Im August 2009 wurden Alexandre Anderson de Souza und seine Ehefrau in ein staatliches Schutzprogramm für MenschenrechtsverteidigerInnen aufgenommen. Die Schutzmaßnahmen wurden allerdings nur teilweise umgesetzt. So erstattete Alexandre Anderson de Souza mehrmals Beschwerde, dass die ihm zur Verfügung gestellten Sicherheitskräfte unzureichend ausgebildet und schlecht ausgestattet seien. Er berichtete zudem, dass einige der Sicherheitskräfte zuvor für die Bewachung der Pipeline zuständig und bereits in Auseinandersetzungen mit AHOMAR-Mitgliedern involviert gewesen waren. Seine Ehefrau, Daize Menezes de Souza, ist ebenfalls für AHOMAR aktiv und wird nicht geschützt, obwohl sie mehrfach bedroht wurde.

Helfen Sie mit.

Fordern Sie ausreichenden Schutz für die GewerkschafterInnen.

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