China: Freiheit für Menschenrechtsverteidigerin Mao Hengfeng

AI-Index: IAR
UA 96/10, UA-095/2010-2
ASA 17/031/2010
24. Februar 2011

Gültigkeit: Sie können an dieser Aktion bis 25. August 2011 teilnehmen.



Mao Hangfeng mit ihren 3 Töchtern

Die Freude über die Freilassung währte nur kurz: Am 22. Februar 2011 war Mao Hengfeng aus medizinischen Gründen freigelassen worden, doch schon wieder am 24. Februar erneut verhaftet, weil sie angeblich gegen die Auflagen der Freilassung verstoßen hätte.

Der Familie wurde gesagt, sie würde in das Frauenlager zur "Umerziehung durch Arbeit" des Provinz Anhui gebracht.

Die Angehörigen kontaktierten das Lager und erfuhren, dass Mao Hengfeng nicht dort war.

Sie brauchten bis Juni 2011, um herauszufinden, wo sich Mao Hengfeng befand: Die Menschenrechtsverteidigerin war in das Gefängnisspital von Shanghai überstellt worden. Die Familie durfte sie allerdings nicht dort besuchen.

Die Angehörigen fürchten, dass Mao Hengfeng im Spital gefoltert und misshandelt würde. 2008 war sie im gleichen Spital; damals wurde sie an das Bett angebunden und zwangsernährt, und es wurden ihr mehrere Injektionen gegen ihren Willen verabreicht.

Helfen Sie mit.

Mao Hengfeng sollte am 24. August 2011 aus dem Lager zur "Umerziehung durch Arbeit"entlassen werden.

Jetzt ist Druck wichtig, damit die Menschenrechtsverteidigerin frei kommt und vor Folter geschützt wird. Appellieren Sie an die Behörden.

Musterbriefe zum Runterladen (Neue Fassung)

Bitte unterstützen Sie unsere Online-Petition unter http://www.ipetitions.com/petition/mao_hengfeng/. Die Unterschriften werden gesammelt übermittelt.


Rückschlag nach kurzfristigem Erfolg

Mao Hengfeng wurde am 22. Februar 2011 aus medizinischen Gründen aus der "Umerziehung durch Arbeit" entlassen. Sie leidet an hohem Blutdruck und an schweren Verletzungen, die ihr durch Folter im Gefängnis zugefügt wurden.

Die Freude währte kurz: Am 24. Februar wurde sie ins Gefängnis zurückgeschickt. Begründung: sie hätte gegen die Auflagen ihrer Entlassung verstoßen. Ihr wurde nicht einmal erlaubt, ihre Tasche zu packen.

Mao Hengfeng droht Folter.

Verstieß Mao Hengfeng gegen Auflagen?

Mao Hengfeng feierte ihre unerwartete Entlassung am 22. Februar 2011 mit FreundInnen bei einem Abendessen in einem Restaurant. Danach wurde sie am Verlassen ihres Hauses gehindert. Am 23. Februar wollte Mao Hengfeng zum Arzt gehen, wurde aber von der Polizei daran gehindert. Aussagen ihrer Familie zufolge forderte Mao Hengfeng die Polizei nicht heraus, sondern blieb zuhause. Später am selben Tag wollten einige FreundInnen Mao Hengfeng besuchen, aber wurde von der Polizei daran gehindert. Auch weitere Personen durften sie nicht besuchen.

Helfen Sie mit.

Bitte setzen Sie Ihren Druck auf die chinesisichen Behörden fort und fordern Sie ihre unverzügliche und bedingungslose Freilassung und ein Ende der Folterungen.

Die Appellbriefe sind gleich unverändert geblieben.

Musterbriefe zum Runterladen


Die Menschenrechtsverteidigerin Mao Hengfeng wurde wiederholt für ihren Einsatz für reproduktive Rechte von Frauen, für Opfer von Zwangsräumungen und für ihre Unterstützung von MenschenrechtsverteidigerInnen inhaftiert und gefoltert. Im März 2010 wurde Mao Hengfeng zu 18 Jahren Umerziehung durch Arbeit verurteilt; bei ihrem Berufungsverfahren am 21. Juli 2010 berichtete sie von Folterungen im Arbeitslager.

Druck zum Schwangerschaftsabbruch und Entlassung

Mao Hengfengs Engagement reicht bis in den späten 80-er Jahre zurück und ist durch zahlreiche Verhaftungen, Gefängnisaufenthalte und Folterung geprägt: Mao Hengfeng war 1988 mit ihrem dritten Kind schwanger. Die Mutter von Zwillingen wurde von der Verwaltung der staatlichen Seifenfabrik, in der sie arbeitete, aufgefordert abzutreiben, um der chinesischen Familienplanung zu entsprechen. Sie protestierte bei der Firmenleitung. Daraufhin kam sie in eine psychiatrische Anstalt, wo ihr diverse Medikamenten injiziert wurden. Nach einer Woche wurde sie entlassen. Sie brachte das Kind trotzdem zur Welt, aufgrund der Medikamente hatte das Kind aber zahlreiche gesundheitliche Probleme.

Den Job in der Fabrik verlor sie, aber sie gewann die Klage gegen die Entlassung. Doch der Arbeitgeber legte Berufung ein. Mao war mit dem 4. Kind im siebten Monat schwanger. Der Richter sagte, er würde zu ihren Gunsten urteilen , wenn sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschied – was sie nach schwerem Zögern tat. Der Richter entschied trotzdem gegen sie. Mao Hengfeng wandte sich sofort an die Behörden wegen ihrer Entlassung und wegen der Verweigerung von Menschenrechten. Die Polizei reagierte mit mehreren willkürlichen Verhaftungen. Im April 2004 wurde Mao Hengfeng zu 18 Monaten "Umerziehung durch Arbeit" verurteilt, wo sie mehrfach gefoltert wurde. Ihr wurden zwangsweise Mittel eingeflößt, die zu Übelkeit und Bewusstlosigkeit führen. Als sie im September 2005 entlassen wurde, drohte man ihr mit „ernsten Konsequenzen“, falls sie sich weiter engagierte.

Mutige Aktivistin

2006 wurde sie u.a. wegen ihrer Unterstützung für Opfer von Zwangsabtreibungen mehrmals verhaftet, schließlich zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, wo sie unter Folterung und unhygienischen Haftbedingungen leiden musste. Als sie schließlich Ende 2008 frei kam, war ihr Gesundheitszustand schwer angeschlagen: Ihr Gehör ist geschädigt, sie leidet sie unter Bluthochdruck, ständigen Schmerzen in Folge der Folterungen, einer Hautinfektion wegen der unhygienischen Bedingungen und chronischen Magenschmerzen.

Solidaritätskundgebung führte zu Verhaftung


Liu Xaiobo

Die aktuelle Verurteilung zur "Umerziehung durch Arbeit" folgte Mao Hengfengs Verhaftung am 24. Februar 2010. Sie wurde zunächst für zehn Tage in Shanghai in Verwaltungshaft gehalten. Am 4. März 2010 wurde sie wegen Störung der öffentlichen Ordnung zu 18 Monaten „Umerziehung durch Arbeit“ verurteilt, weil sie am 25. Dezember 2009 vor einem Gericht in Peking aufstachelnde Slogans geschrien, Polizeiwarnungen ignoriert und die Aufmerksamkeit von PassantInnen auf sich gezogen hätte. In der Tat zeigte Mao Hengfeng vor dem Gericht in Peking den Menschenrechtsaktivisten Liu Xiaobo ihre Solidarität. Dieser stand an dem Tag vor Gericht und wurde zu 11 Jahren Haft verurteilt, weil er in Artikeln politische Reformen in China verlangt und die sogenannte Charter 08 mit Forderungen nach politischen und rechtlichen Reformen unterzeichnet hatte.

Berufungsverfahren hinter verschlossenen Toren

Am 21. Juli 2010 fand Mao Hengfengs Berufungsverfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ihr Mann Wu Xuewei, der sie seit dem 24. Februar 2010 nicht mehr sehen durfte, war allerdings zugelassen.

Bei der Berufung berichtete Mao Hengfeng von Folterungen während der letzten drei Monaten und zeigte die Verletzungen. Unter anderem waren andere Insassen von den Gefängniswärtern dazu angehalten worden, sie zu verprügeln.

Helfen Sie mit.

Amnesty International erachtet Mao Hengfeng als gewaltlose politische Gefangene, die nur wegen ihrer Menschenrechtsarbeit in Haft gehalten wird. Sie ist stark gefärdet, weiterhin während der "Umerziehung durch Arbeit" gefoltert zu werden.

Fordern Sie ihre unverzügliche und bedingungslose Freilassung und ein Ende der Folterungen.

Musterbriefe zum Runterladen

Director of the Anhui Provincial Bureau
of Re-education-Through-Labour
Administration
WANG Yinghui Juzhang
Anhuisheng Laodong Jiaoyang Guanliju
310 Anqinglu
Hefeishi 230061
Anhuisheng
People's Republic of China

Fax: +86 551 2828979
E-Mail: ahljjbgs@ahljj.gov.cn
Director of the Shanghai Bureau of
Public Security
ZHANG Xuebing Juzhang
Shanghaishi Gong'anju
128 Wuningnanlu
Qing’anqu
Shanghaishi 200042
People's Republic of China
E-Mail: gaj02@shanghai.gov.cn oder shgajxfb@sh.china110.com

Mustertext:

Dear Director,

I urge you to release Mao Hengfeng immediately and unconditionally.

Please guarantee that Mao Hengfeng will not be tortured or ill-treated while she is in custody. I call on you to initiate a full, independent and impartial investigation into reports that Mao Hengfeng has been tortured or ill-treated in the Re-education Through Labour facility and ensure that those responsible for torture or ill-treatment are brought to justice in accordance with international standards.

I urge you to allow her access to her family and any medical treatment that she may require.

Yours sincerely,


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