China: Behörden müssen Tod des Arbeitsrechtsaktivisten Li Wangyang untersuchen

7. Juni 2012



Aktivisten fordern die Untersuchung von Li Wangyangs Tod

Amnesty International fordert von den chinesischen Behörden, dass sie eine umfassende und unabhängige Untersuchung über die Umstände des Todes von Li Wangyang durchführen. Li Wangyang, bekannter Arbeitsrechtsakivist und ehemaliger Gewissensgefangener, wurde im vergangenen Jahr aus dem Gefängnis entlassen. Er litt in Folge der Haft unter zahlreichen gesundheitlichen Problemen.

Unglaubwürdige offizielle Version

Am 6. Juni 2012 wurde Li Wangyang im Krankenhaus von Shaoyang (Provinz Hunan) mit einer Schlinge um den Hals tot aufgefunden. Die offizielle Version der Behörden lautet Selbstmord. Dies wird aber von Tausenden UnterstützerInnen angezweifelt (Anmerkung: im Internet wurde dazu von UnterstützerInnen eine Petition gestartet: plus.google.com/108105216183622857074/posts/hwQfqTPgJNB ). Verwandte berichteten, dass Li Wangyangs Füße noch den Boden berührten, als sie ihn sahen. Die Polizei hinderten Verwandte und FreundInnen daran, genaue Fotos von Li Wangyangs Leichnam zu machen. Sie nahmen den Leichnam mit. Es ist nicht klar, ob eine Obduktion durchgeführt wird.

Unermüdlicher Arbeitsrechtsaktivist

Li Wangyang war eine bekannte Persönlichkeit der chinesischen Arbeitsrechtsbewegung.

Li Wangyang hatte sich während der Proteste der Demokratiebewegung 1989 für die Rechte der Arbeiter eingesetzt und wurde deswegen inhaftiert. Er wurde im Gefängnis so schwer misshandelt, dass ihm im Juli 1996 aus gesundheitlichen Gründen Haftverschonung gewährt wurde. Acht Monate später wurde er jedoch ins Gefängnis zurückgebracht, obwohl seine medizinische Behandlung noch nicht abgeschlossen war. Im Juni 2000 wurde der Dissident aufgrund seiner schlechten körperlichen Verfassung vorzeitig aus der Haft entlassen.

Im Mai 2001 wurde er erneut verhaftet, nachdem er im Februar 2001 in einem 22-tägigen Hungerstreik von den Behörden die Abdeckung der Kosten für seine teure medizinische Behandlung gefordert hatte. Am 20. September 2001 verurteilte man ihn wegen "Anstiftung zur Subversion" zu weiteren zehn Jahren Gefängnis.

Li Wangyang war in der Haft in Folge von Folter erblindet, taub geworden und war nicht mehr in der Lage, ohne fremde Hilfe zu gehen.

Seine Schwester Li Wanglin wurde 2002 zu drei Jahren Arbeitslager verurteilt, weil sie ihrem Bruder geholfen hatte, Entschädigungsforderungen für seine im Gefängnis erlittene Verletzungen zu stellen.

Die Arbeitsgruppe für verfolgte GewerkschafterInnen setzte sich für Li Wangyang und seine Schwester ein: China: Inhaftierter Arbeitsrechtsaktivist in Lebensgefahr

Mitteilung von Amnesty International zum Tod von Li Wangyang:
China must investigate veteran dissident's death


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