China: Bedenklicher Gesundheitszustand für inhaftierte Liaoyang-Arbeiterführer

AI Index: ASA 17/018/2003
Weitere Information zu UA 104/02
24. März 2003



Massive Verschlechterung des Gesundheitszustands von Xiao Yunliang

Der Gesundheitszustand von Xiao Yunliang, der sich wie der schwerkranke Yao Fuxin seit den Demonstrationen in Liaoyang im März 2002 in Haft befindet, hat sich lebensgefährlich verschlechtert. Seine gesundheitliche Situation war bereits seit seiner Verhaftung schwach, doch nun hat er begonnen, Blut zu spucken. Der Grund für die jetzige Verschlechterung könnte darin liegen, dass Xiao Yunliang an Tuberkulose erkrankt ist. Er soll sich in Isolationshaft befinden; es wird befürchtet, dass ihm der Zugang zu medizinischer Versorgung verwehrt wird.

Prozess ohne Urteil

Yao Fuxin und Xiao Yunliang war am 15. Jänner 2003 der Prozess gemacht worden, allerdings wurde das Urteil bislang nicht bekannt gegeben. Die beiden Männer werden in der Liaoyang Haftanstalt gefangen gehalten, ihre Familien durften sie seit dem Prozess nicht mehr besuchen.

Angehörige unter Druck

Gemeinsam mit 20 anderen gekündigten ArbeiterInnen suchten Guo Xiujing und Su Anhua, die Ehefrauen von Yao Fuxin und Xiao Yunliang, am 20. März 2003 die Gemeindeverwaltung auf, um sich für die inhaftierten Arbeiterführer einzusetzen. Sie forderten die Bekanntgabe des Urteils, ein Besuchserlaubnis sowie grundsätzlich die Freilassung von Yao Fuxin und Xiao Yunliang. Die Delegation kündigte an, sich an die Zentralregierung in Peking zu wenden, falls die lokalen Behörden nicht in angemessener Zeit reagierten. Zuvor hatten die Polizei die Angehörigen mehrmals unter Druck gesetzt und ihnen gedroht: Sie sollten an keinen öffentlichen Protesten teilnehmen, sich nicht für die Freilassung von Yao Fuxin und Xiao Yunliang einsetzen und keinesfalls die Medien informieren.

Verfolgung auch nach Freilassung

Wang Dawei, Gu Baoshu, Wang Zhaoming und Pang Qingxiang, die ebenfalls nach den Demonstrationen im März 2002 verhaftet wurden und mittlerweile dank des internationalen Drucks auf Kaution freigelassen wurden, leiden weiterhin unter ständiger Überwachung und Verfolgung durch die Polizei, da sie sich unermüdlich für die Freilassung ihrer Kollegen Yao Fuxin und Xiao Yunliang engagieren.

Am 20. März 2003 wurden sie durch zahlreiche, vor ihren Häusern postierte Polizisten daran gehindert, an dem Treffen an den Gemeindefunktionären von Liaoyang teilzunehmen (siehe die vorige Aktion zu Wang Dawei).

Helfen Sie mit!

Äußern Sie bei den chinesischen Behörden ihre Sorge um den miserablen Gesundheitszustand von Yao Fuxin und Xiao Yunliang und fordern die Freilassung der beiden Arbeiterführer!

Adressen

Director of the
Liaoning Provincial Department of Public Security
WANG Enfu Ting Zhang
Gong'an Ting
2 Qishan Zhonglu, Beiling Dajie
Huangguqu
Shenyang Shi 110032
Liaoning Sheng
People's Republic of China

E-Mail: wxgz@dps.ln.gov.cn

Governor of the
Liaoning Provincial People's Government
BO Xilai Shengzhang
Liaoning Sheng Renmin Zhengfu
45 Huangguqu, Beiling Dajie
Shenyang Shi 110032
Liaoning Sheng
People's Republic of China

Telegram: Governor, Shenyang, Liaoning Province, China
Fax: +86 24 8689 2112

E-Mail: zmlln@sina.com

Musterbrief - englisch:

Dear Director / Governor,

I strongly express my concern at the recent deterioration in Xiao Yunliang's state of health and call for him to be given all necessary medical treatment.

Furthermore, I kindly urge you to immediately and unconditionally release Yao Fuxin, Xiao Yunliang and all workers held in Liaoyang on charges originating from their peaceful protests.

Concerning Wang Dawei and other workers' representatives or their families, they must be permitted to exercise their right to freedom of expression and association.

Yours sincerely,

Musterbrief - deutsch:

Sehr geehrter Herr Direktor / Gouverneur!

Ich möchte meine Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass sich der Gesundheitszustand von Xiao Yunliang vor kurzem massiv verschlechtert hat. Bitte sorgen Sie dafür, dass er angemessene medizinische Versorgung erhält.

Darüber hinaus fordere ich Sie höflichst auf, Yao Fuxin, Xiao Yunliang und alle ArbeitnehmerInnen, die sich wegen der Teilnahme und Organisation von friedlichen Protesten in Haft befinden, unverzüglich freizulassen.

Wang Dawei, anderer ArbeiterInnen, die sich für die inhaftierten Gewerkschafter einsetzen, sowie ihre Familien müssen ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit ausüben dürfen.

Hochachtungsvoll