Côte d'Ivoire: Gewerkschafter in Geheimhaft

UA-191/2011
AFR 31/005/2011
21. Juni 2011

Sie können an der Aktion bis 2. August 2011 teilnehmen.



© IUF

Amnesty International ist um die Sicherheit des Gewerkschafters Basile Mahan Gahé besorgt, der seit dem 26. April 2011 auf einer Polizeiwache in Williamsville, einem Stadtteil von Abidjan, ohne Anklageerhebung in Haft gehalten wird. Es wird vermutet, dass seine Festnahme im Zusammenhang mit seiner politischen Position und angeblicher Verbindung zur Regierung des ehemaligen Staatspräsidenten Laurent Gbagbo steht.

Verhaftung nach Machtwechsel

Basile Mahan Gahé ist Generalsekretär der Gewerkschaft "Confédération Dignité". Diese Gewerkschaft ist Mitglied des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB).

Basile Mahan Gahé wurde am 26. April 2011 in seinem Haus in Abidjan von Angehörigen der Republikanischen Kräfte von Côte d'Ivoire (Forces républicaines de Côte d'Ivoire - FRCI) festgenommen; seine Räumlichkeiten wurde durchsucht. Es wurde keine Anklage erhoben, allerdings Gerüchte über einen möglichen Waffenbesitz gestreut. Illegaler Waffenbesitz wird oft als Vorwand für Razzien und Verhaftung vermeintlicher oder tatsächlicher AnhängerInnen von Laurent Gbagbo genommen. Laurent Gbagbo war am 11. April 2011 verhaftet worden; seither werden vermeintliche oder tatsächliche AnhängerInnen von Laurent Gbagbo, darunter RechtsanwältInnen und JournalistInnen, häufig Opfer von Übergriffen. Einige flohen des Landes, andere wurden verhaftet, gefoltert oder extralegal hingerichtet.

Keine offiziellen Informationen über seinen Aufenthaltsort und Zustand

Über den Verbleib von Basile Mahan Gahé herrschte wochenlang Ungewissheit. Amnesty International erfuhr aus glaubwürdigen Quellen, dass der Gewerkschafter vor allem in den ersten Tagen seiner Haft gefoltert wurde und sich vermutlich in schlechter gesundheitlicher Verfassung befindet. Eines Nachts, so Amnesty International vorliegende Informationen, brachte man Basile Mahan Gahé zum Friedhof von Yopugon und fesselte ihn dort. Anschließend feuerten die Sicherheitskräfte Schüsse in seine Richtung ab: sie gaben vor, ihn töten zu wollen. Bei einer anderen Gelegenheit wurde dem Gewerkschafter mit der stumpfen Seite einer Machete immer wieder auf den Rücken geschlagen. Basile Mahan Gahé trug dabei derart starke Schmerzen davon, dass er anschließend nicht mehr sitzen konnte.

Schweigen der Behörden nährt Ungewissheit

Vom 3. bis 18. Juni 2011 hielt sich eine Delegation von Amnesty International in Côte d'Ivoire auf. Ein Besuch bei Basile Mahan Gahé wurde den DelegationsteilnehmerInnen jedoch verwehrt.

Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hat Präsident Alassane Ouattara in zwei offiziellen Schreiben um Auskunft über den Aufenthaltsort und die Gründe für die Verhaftung von Basile Mahan Gahé gebeten - bislang keine Antwort.

Weitere Informationen unter http://www.ituc-csi.org/cote-d-ivoire-general-secretary-of.html?lang=de

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die Behörden und fordern Sie Informationen über den Gewerkschafter.

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