Dominikanische Republik: Menschenrechtsverteidigerin Sonia Pierre setzt sich für haitianische MigrantInnen ein und wird schikaniert

18. Dezember 2009 (Internationaler Tag der MigrantInnen)
Individuals-at-Risk


Sonia Pierre ist Geschäftsführerin der Dominiko-Haitianischen Frauenorganisation MUDHA (Movimiento de Mujeres Domínico-Haitianas). Die Organisation zeigt Menschenrechtsverletzungen an Mitgliedern der haitianischen Minderheit auf und unterstützt sie beim Einfordern ihrer Rechte (z.B. Verlängerung des Identitätsausweises oder Meldung ihrer Kinder). Deshalb wird Sonia Pierre immer wieder schikaniert.

Schikanen und Diskriminerung

Seit Jahren erhält Sonia Pierre wegen ihrer Arbeit Drohungen. 2007 wurde die Staatsbürgerschaft der renommierten Menschenrechtsverteidigerin, die als Tochter eines haitianischen Migrantenpaares in der Dominikanischen Republik auf die Welt kam, in Frage gestellt. Nach mehreren Monaten entschied der Oberste Gerichtshof zu Sonia Pierres Gunsten.

Kurz zuvor hatte Sonia Pierre den renommierten Robert F. Kennedy-Menschenrechtspreis (diesjährige Preisträgerinnen: WOZA-Frauen aus Simbabwe) entgegen genommen zum Missfallen der dominikanischen Behörden. Der Außenminister hatte sogar an das Robert F. Kennedy-Memorialcenter geschrieben, um die Preisträgerin zu diskreditieren: Der Preis würde ihr zu Unrecht verliehen.

Zur Situation der haitianischen Minderheit

Viele HaitianerInnen oder DominikanerInnen haitianischer Herkunft, die in der Dominikanischen Republik leben, werden systematisch diskriminiert. Sogar mit dominikanischer Staatsbürgerschaft laufen Mitglieder dieser Gruppe Gefahr, ausgewiesen zu werden. Eine diskriminierende Rechtsinterpretation verwehrt tausenden dominikanischen Kindern das Recht auf Staatsbürgerschaft, Bildung und persönliche Sicherheit.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die dominikanischen Behörden und fordern Sie ein Ende der Schikanen und Schutz für Sonia Pierre.

President S.E. Leonel Fernández
Presidente de la República
Palacio Nacional
Santo Domingo
Dominican Republic

Fax: +1 809 682 0827
Interior and Police Minister
Sr. Franklin Almeyda Rancier
Secretario de Estado del Interior y la Policía
Ave. México, Esq. Leopoldo Navarro,
Edif. Oficinas Gubernamentales
Santo Domingo
Dominican Republic

Fax: +1 809 685 1194
Musterbriefe zum Herunterladen

Solidaritätsgrüße an Sonia Pierre

Zeigen Sie Sonia Pierre Ihre Solidarität und senden Sie bitte Grüße an die Frauenrechtsorganisation, die sie leitet.

MUDHA
Calle Doctor Delgado No.20
Gazcue
Apartado Postal 136 B
Dominican Republic

Textvorschläge

Spanisch:

Le mando este mensaje para expresar mi soli­daridad y para desearle mucho éxito en su trabajo.

Englisch:

I am sending you this message to express my solidarity and to wish you success in your work.

Dankesschreiben von Sonia Pierre

Für Sonia Pierre sind die Solidaritätsschreiben eine enorme moralische Unterstützung, wie sie in einem aktuellen Dankesschreiben betont:

"Diese [Anm.: AbsenderInnen der Solidaritätsgrüße] sind Menschen, die ich nicht persönlich kenne, die uns aber mit ihren Worten der Ermutigung und Hoffnung motivieren und uns Kraft verleihen. Diese Kraft benötigen wir als MenschenrechtsverteidigerInnen, um weiterhin um unveräußerliche Rechte [...] zu kämpfen. Unser Einsatz, den wir seit Jahren führen, hat seinen Preis und hat von uns seinen Preis gefordert, mit dem zusätzlichen Faktor, eine Frau und eine Mutter zu sein. Diese Bedingungen machen uns wirklich verletzlich, weil wir für die Familien verantwortlich sind."

Falls Sie an dem vollständigen Dankesschreiben von Sonia Pierre interessiert sind, bitte wenden Sie sich an uns (E-Mail: gewerkschafterInnen@amnesty.at).

Informieren Sie

Berichten Sie über die Arbeit und Diskriminierung von Sonia Pierre und MUDHA.

Die AI-Arbeitsgruppe für verfolgte GewerkschafterInnen hat im Rahmen ihrer diesjährigen Grußaktion ein Info- und Aktionsblatt zu Sonia Pierre erstellt. Bitte verbreiten Sie diese in Ihrer Umgebung.

Zur Situation von MigrantInnen weltweit

Der 18. Dezember ist der internationale Tag der MigrantInnen und erinnert daran, dass Millionen Menschen in der Hoffnung auf Arbeit, Überleben und eine Zukunft ihre Heimat, ihre Familien und ihr Land verlassen, um Armut, Diskriminierung und bewaffneten Konflikten zu entkommen. Viele riskieren dabei alles: ihre gesamten Ersparnisse, ihre Gesundheit, ihr Leben. Die Hoffnung auf ein besseres Leben erfüllt sich nur selten. Die Rechte von MigrantInnen werden oft nicht respektiert; MigrantInnen werden unterdrückt, ausgebeutet, gedemütigt (siehe z.B. den aktuellen AI-Bericht zur prekären Lage von MigrantInnen in Südkorea, Aktion auf dieser Website).


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