Demokratische Republik Kongo: Gewerkschafter aus Geheimhaft freigelassen

AI-Index: AFR 62/002/2009
11. Februar 2009
UA-038/2009


Am 17. Februar 2009 wurde der Gewerkschafter Pépé Nginamau Malaba nach fast einem Monat in rechtswidriger Haft ohne Kontakt zur Außenwelt in das Zentralgefängnis von Kinshasa, Centre Pénitiaire et de Rééducation de Kinshasa (CPRK), gebracht.

Am 19. Februar gab es eine Anhörung im Beisein seines Anwalts vor einem Gericht in Kinshasa, bei der er aufgrund des Vorwurfs der Dokumentenfälschung in Untersuchungshaft genommen wurde.

Im CPRK hat Pépé Nginamau Malaba Zugang zu anwaltlicher Vertretung, Besuchen seiner Angehörigen und medizinischer Grundversorgung. Amnesty International geht davon aus, dass er nicht länger Gefahr läuft, gefoltert oder in anderer Weise misshandelt zu werden, ist aber nach wie vor besorgt, dass er ein gewaltloser politischer Gefangener sein könnte und wird den Fall auch in Zukunft genau verfolgen.

Die UA-Appellschreiben scheinen entscheidend zur Beendigung der Haft ohne Kontakt zur Außenwelt beigetragen zu haben. Vielen Dank allen, die Appelle geschrieben haben. Zurzeit sind keine weiteren Appelle erforderlich.


Zum Nachlesen: Demokratische Republik Kongo: Gewerkschaftschef verhaftet

Der Gewerkschafter Pépé Nginamau Malaba wurde am 19. Januar 2009 in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, vom Geheimdienst festgenommen.

Personalvertreter im Ministerium

Pépé Nginamau Malaba ist Mitglied des kongolesischen Gewerkschaftsbundes CGT (Centrale Congolaise du Travail) und vertritt als Vorsitzender der Personalvertretung die gewerkschaftlich organisierten Mitglieder im kongolesischen Ministerium für Wirtschaft und Handel.

Aufzeigen von Korruption

Vor seiner Verhaftung war Pépé Nginamau Malaba gerade auf dem Weg zum Premierminister, um ihm ein Schreiben der Belegschaft zu übergeben. Darin wird der Vorwurf erhoben, dass öffentliche Gelder - einschließlich solcher, die für Prämien für Beamte des Ministeriums vorgesehen waren - seitens des Ministers für Wirtschaft und Handel missbräuchlich eingesetzt worden wären.

Korruption zieht sich durch alle Bereiche des öffentlichen Lebens in der DR Kongo. JournalistInnen und GewerkschafterInnen, die versuchen, die Korruption im öffentlichen Sektor publik zu machen, werden regelmäßig vom Geheimdienst willkürlich festgenommen.

Kompetenzüberschreitung des Geheimdienstes

Pépé Nginamau Malaba wurde von fünf Mitgliedern des kongolesischen Geheimdienstes ANR (Agence nationale de renseignments) festgenommen. Der ANR, der dem Präsident direkt unterstellt ist, sollte nur Verbrechen gegen die Staatssicherheit untersuchen, führt aber routinemäßig willkürliche Festnahmen friedlicher Oppositioneller, AktivistInnen der Zivilgesellschaft und von JournalistInnen durch. Zudem übernimmt er die Rolle der Polizei und verhaftet Menschen, die gewöhnlicher Straftaten verdächtigt werden. AnwältInnen, kongolesische Menschenrechtsgruppen und UN-MenschenrechtsbeobachterInnen wird der Zugang zu Gefangenen des ANR regelmäßig verwehrt.

Sorge um Sicherheit

Der Gewerkschafter wurde seit seiner Verhaftung in Einzelhaft gehalten, wodurch ein hohes Risiko gegeben ist, dass er gefoltert und misshandelt werden könnte. Kongolesische Menschenrechtsorganisationen und seine Gewerkschaft haben versucht, mittels Gerichtsbescheiden und Intervention bei der Regierung seine Freilassung zu erwirken - aber bislang ohne Erfolg.

Amnesty International betrachtet Pépé Nginamau Malaba als gewaltlosen politischen Gefangenen, der sich nur deshalb in Haft befindet, weil er sein Recht auf freie Meinungsäußerung friedlich ausgeübt hat.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die Behörden und fordern Sie die Freilassung des Gewerkschafters.

Musterbrief zum Runterladen

E-Mail Präsident: presipp@yahoo.fr
E-Mail: Premierminister: primaturerdc@yahoo.fr

Your Excellency,

I am writing to you concerning the trade unionist Pépé Nginamau Malaba. I urge you to release Mr. Nginamau Malaba immediately and unconditionally, as he is a prisoner of conscience, detained solely for the peaceful exercise of his right to freedom of expression.

Furthermore, I call on you to allow him immediate access to legal representation as well as family visits and any medical attention he may require.

Yours sincerely,


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