Ecuador: Drohungen gegen Präsidenten des Gewerkschaftsbundes

AI Index: AMR 28/001/2006
UA 82/06
10. April 2006


Berichten zufolge ist Manuel Mesías Tatamuez Moreno, Präsident der Confederación Ecuatoriana de Organizaciones Clasistas Unitarias de Trabajadores (CEDOCUT) Ziel einer Einschüchterungskampagne. Amnesty International ist überzeugt, dass die Ereignisse in Zusammenhang mit seiner Gewerkschaftstätigkeit stehen und seine Sicherheit, wie auch die seiner Familie und KollegInnen besorgt.

Die Einschüchterungsversuche und Drohungen gegen Manuel Mesías Tatamuez Moreno und den Gewerkschaftsbund stehen offenbar in Zusammenhang mit den laufenden Gehaltsverhandlungen zwischen der Gewerkschaft, Staat und Arbeitgebern. Im Jänner hatten die Behörden einer Gehaltserhöhung um $30 zugestimmt, das Arbeitsministerium hingegen hatte die Erhöhung auf $10 beschränkt, wogegen die beteiligten Gewerkschaften protestiert hatten.

Seit Jänner 2006 erhielt Manuel Mesías Tatamuez Moreno zahlreiche Drohanrufe, am 14. März wurde er in der Hauptstadt Quito von einem Lieferwagen ohne Kennzeichen verfolgt, der versuchte, ihn an einer Kreuzung anzuhalten. Es gelang ihm, zu entkommen, doch bemerkte er einige Stunden später, dass er von einem anderen Fahrzeug verfolgt wurde. Über den Vorfall berichtete er dem Arbeitsministerium und erhielt für vier Tage Personenschutz.

Ungefähr zur selben Zeit erhielt die Nichte von Manuel Mesías Tatamuez Moreno einen Anruf, in dem ein Mann vor diesem Angriff warnte. Er hinterließ Namen und Telefonnummer und ersuchte um Rückruf durch Manuel Mesías Tatamuez Moreno, um ihm mehr Informationen geben zu können. Am 1. April betraten Berichten zufolge Unbekannte die Büros des Vizepräsidenten des Ecuadorianischen Gewerkschaftsbundes und stahlen wichtige Dokumente. Manuel Mesías Tatamuez Moreno berichtete dem Staatsanwalt von Pichincha über beide Ereignisse. Amnesty International ist nicht bekannt, ob entsprechende Ermittlungen eingeleitet wurden.

In den letzten Jahren hat Amnesty International mehrere Berichte über (Mord-)Drohungen und andere Einschüchterungen von MenschenrechtsverteidigerInnen, JournalistInnen und GewerkschaftsführerInnen, die sich kritisch gegenüber der Regierungspolitik äußerten, erhalten. Aufrufe an die Behörden, die Vorfälle zu untersuchen und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen blieben bislang ergebnislos.

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Carlos Ibarra 176 y 10 de Agosto
Edif. Yuraj Pirca, 9no. piso
Quito, Ecuador

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E-Mail: mecaustria@chello.at