Ecuador: Verhaftungen nach Aufruf zu Demonstrationen



UA 27/01
AI-Index: AMR 28/001/2001
ICFTU Online: 015/010201/LB

Gewerkschafter und Anführer der UreinwohnerInnen in Haft

Am 30. Jänner 2001 wurden zwei führende AktivistInnen Ecuadors, Luis Villacís und Antonio Vargas, ohne Haftbefehl verhaftet.

Sie werden im Centro de Detencíon Provisional in Quito festgehalten. Amnesty International ist um ihre Sicherheit besorgt.

"Veteranen" des Widerstandes

Luis Villacís Maldonado ist Präsident der "Frente Popular", der Plattform von Gewerkschaften und Basisorganisationen. Antonio Vargas ist der Präsident der Vereinigung der UreinwohnerInnen Ecuadors, der "Confederacíon de Nacionalidades Indígenas". Im vergangenen Jahr hatte er die Proteste gegen die Einführung des Dollars als Landeswährung angeführt, die schließlich zum Rücktritt des damaligen Präsidenten Jamil Mahuad am 21. Jänner 2000 geführt hatten. ( Verhaftungswelle in Ecuador)

Proteste gegen brutale Wirtschaftsmaßnahmen

Zu Beginn des Jahres 2001 hat die Regierung Ecuadors die Benzinpreise um 100 Prozent und die Fahrpreise im öffentlichen Transport um 75 Prozent erhöht. Seither finden dagegen Protestaktionen der Gewerkschaften und der Vereinigungen der UreinwohnerInnen statt, die sich im Laufe des Jänners intensiviert haben. Zum ersten Jahrestag des Sturzes der alten Regierung hatte die "Confederacíon de Nacionalidades Indígenas" am 22. Jänner 2001 einen landesweiten Protestmarsch organisiert. Nach Zeitungsberichten campieren nun 6.000 UreinwohnerInnen vor der Salesianer-Universität in Quito, um gegen die Wirtschaftsmaßnahmen der Regierung zu protestieren.

Massendemonstration in Vorbereitung

Für den 7. Februar 2001 planen die Gewerkschafter und Gruppen der UreinwohnerInnen eine Massendemonstration unter dem Slogan "Nationale Aktion gegen Hunger und Korruption". Amnesty International nimmt an, dass Antonio Vargas und Luis Villacís wegen ihrer Rolle als Organisatoren der Protestaktionen gegen die Wirtschaftslinie der Regierung verhaftet wurden.

Was können Sie tun?

Die beiden Gefangenen wurden feigelassen. Es sind keine weiteren Aktionen notwendig.