Erfolg: Ägypten: Streikende Ölarbeiter von der Militärpolizei freigelassen

Aktualisierung zur UA: 107/12
Index: MDE 12/011/2012
3. Mai 2012

Die fünf Arbeiter der Ölfabrik Sumid Arab Petroleum Pipeline Factory, Mahmoud Farouk Aljundi, Ahmed Mohamed Talaat, Mohamed Issam Syam, Abu Al Yazid Abdul Atti und Hassan Ahmed Al Armouti, die an einem kurzem Streik teilnahmen, wurden am 23. April 2012 nach über 40 Tagen in Militärhaft ohne Anklage freigelassen.

Amnesty International hatte am 19. April 2012 eine Urgent Action zugunsten der Ölarbeiter gestartet.

Vielen Dank für Ihr Engagement und Ihr rasches Handeln. Es sind jetzt bis auf Weiteres keine weiteren Aktionen notwendig.

Die Männer sind noch nicht an ihrem Arbeitsplatz zurückgekehrt. Sie fürchten dort ein Nachspiel. Amnesty International wird die Situation weiter beobachten und bei Bedarf wieder für Unterstützung aufrufen.


Zum Nachlesen: Ägypten: Streikende Ölarbeiter im Gewahrsam der Militärpolizei

UA: 107/12
Index: MDE 12/011/2012
19. April 2012


Nach der Teilnahme an einem Streik wurden fünf Arbeiter der Ölfabrik Sumid Arab Petroleum Pipeline Factory im ägyptischen Suezhafen verhaftet. Sie können Gewissensgefangene sein, die nur wegen der Ausübung ihres Rechtes auf Versammlungsfreiheit und Streiks verhaftet wurden. Ihnen droht ein unfaires Verfahren vor einem Militärgericht.

Verhaftung während eines Streiks

Mahmoud Farouk Aljundi, Ahmed Mohamed Talaat, Mohamed Issam Syam, Abu Al Yazid Abdul Atti und Hassan Ahmed Al Armouti wurden am 7. März 2012 von der Militärpolizei verhaftet. Sie waren unter 100 ArbeiterInnen eines privaten Hafens, die wegen ihrer Arbeitsbedingungen und Arbeitsplatzunsicherheit streikten.

Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen

Die Streikenden fordern eine direkte Anstellung bei der Sumid Arab Petroleum Pipeline-Fabrik anstelle der aktuellen Situation, bei der sie mittels einer Subvertragfirma angestellt sind. Viele der ArbeiterInnen sind seit über 20 Jahren bei der Fabrik tätig.

Militärpolizei beendete Streik

Der Streik am 7. März 2012 dauerte nur zwei Stunden. Zunächst konnte die Militärpolizei nicht das Gelände betreten, da die ArbeiterInnen entsprechend der Sicherheitsvorschriften der Firmenleitung Betriebsfremden den Zutritt verwehrten. Weitere Militärpolizisten erschienen und lösten dann die Kundgebung gewaltsam auf. Die fünf Arbeiter wurden verhaftet.

Misshandlung auf der Polizeistation

Amnesty International liegen Informationen vor, dass die fünf Männer auf die Polizeistation verprügelt wurden. Sie mussten ihre Kleidung ablegen - ein offensichticher Akt, um sie zu demütigen. Einer der Männer soll wegen einer gebrochenen Rippe als Folge der Misshandlung Spitalsbehandlung benötigt haben.

Verlängerung des Polizeigewahrsams

Zunächst wurde eine Haft von 15 Tagen gegen die fünf Männer verhängt, doch diese wurde immer wieder verlängert. Mittlerweile haben sie über 40 Tage in Polizeigewahrsam verbracht.

Das Unternehmen behält mittlerweile den Lohn der Gefangenen ein - was gesetzwidrig ist, da nur ein Viertel einbehalten werden darf. Da die Männer primär die Verdiener in der Familie sind, ist die Lebenssituation der Angehörigen sehr prekär.

Drohender Prozess vor einem Militärgericht

Den fünf Männern werden folgende Anklagen gemacht: "Störung der Seefahrt im Suez-Kanal", "Blockage des Marinestützpunktes", "Störung der Arbeit eines öffentlichen Hafens" und "Beleidigung der Streitkräfte". Die Anwälte der Angeklagten sind überzeugt, dass die Anklagen vorgeschoben sind, um anhand der Männer ein Exempel zur Abschreckung der anderen Arbeiter zu statuieren.

Weder die Angehörgen noch die Anwälte wissen, ob die Behörden in dem Fall weiter untersuchen. Nur die Durchführung einer ersten Befragung ist bekannt.

Mahmoud Farouk Aljundi, Ahmed Mohamed Talaat, Mohamed Issam Syam, Abu Al Yazid Abdul Atti und Hassan Ahmed Al Armouti könnten vor einem Militärgericht angeklagt werden.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die ägyptischen Behörden und fordern Sie die Freilassung der Arbeiter.

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