Europa: Humanitäre Flüchtlingskrise

UA 048/2016
EUR 25/3574/2016
4. März 2016

Gültigkeit: Bitte handeln Sie so rasch wie möglich. Grundsätzlich können Sie an der Aktion bis jedenfalls 15. April 2016 teilnehmen.


Tausende Flüchtlinge, Asylsuchende und Migrant*innen sitzen derzeit in Griechenland fest. Unter extrem schlechten Bedingungen. Aufgrund der willkürlichen und diskriminierenden Schließung von Grenzübergängen entlang der Westbalkanroute haben sie keinen Zugang zu dem Schutz, den sie dringend benötigen. Da nach wie vor Menschen in Griechenland ankommen, befürchtet Amnesty International eine weitere Verschlimmerung der humanitären Lage, falls die EU-Mitgliedstaaten nicht umgehend die in Griechenland gestrandeten Flüchtlinge aufnehmen.

Schließung der Westbalkanroute

Derzeit sitzen rund 10.000 Flüchtlinge, Asylsuchende und Migrant*innen unter sehr schlechten Bedingungen an der griechisch-mazedonischen Grenze fest, darunter zahlreiche Familien mit Kleinkindern sowie auch Menschen mit Behinderungen und schwangere Frauen.

Grund dafür sind periodische Grenzschließungen und diskriminierende Grenzabfertigungsmaßnahmen, die eingeführt wurden, um die Anzahl von Personen zu begrenzen, die sich auf die Westbalkanroute begeben. Seit dem 19. Februar dürfen afghanische Staatsangehörige (30 Prozent der Neuankömmlinge in Griechenland) nicht mehr nach Mazedonien und Serbien einreisen.

Katastrophale Bedingungen

Unzählige Menschen haben keinen regelmäßigen Zugang zu Sanitäreinrichtungen, Wasser und Nahrungsmitteln. Viele müssen unter extrem schlechten Witterungsbedingungen im Freien übernachten. All dies strapaziert die Gesundheit der Betroffenen, die zudem nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung haben.

Menschen sitzen in Griechenland fest

Auch in anderen Regionen Griechenlands verschlechtert sich die humanitäre Lage rapide, da die Behörden versuchen, die Weiterreise zur Grenze zu verlangsamen. Die Aufnahmekapazitäten in Athen und anderswo stoßen bereits an ihre Grenzen.

Im Zentrum von Athen und im Hafen von Piräus übernachten Frauen, Männer und Kinder im Freien.

Auf den griechischen Inseln kommen jede Woche Tausende Menschen an, die Schutz vor Gewalt und bewaffneten Konflikten suchen. Laut dem UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) erreichten im Februar 2016 täglich rund 1.900 Menschen auf den griechischen Inseln. Allein am 1. und 2. März 2016 wurden mehr als 2.700 Neuankömmlinge gezählt. 57 Prozent von ihnen stellen Frauen und Kinder.

Menschen sitzen in Griechenland fest

Den griechischen Behörden zufolge sitzen derzeit insgesamt 32.000 Menschen in Griechenland fest. Diese Zahl dürfte – so laut Schätzung des UNHCR – in den nächsten Tagen auf 70.000 ansteigen. Somit wird die Zahl der Menschen, die in Griechenland festsitzen und internationalen Schutz benötigen, dramatisch ansteigen.

Die griechischen Behörden können die extrem hohe Zahl an Neuankömmlingen nicht adäquat bewältigen: infolgedessen wird vielen Flüchtlingen ein angemessener Zugang zu einem wirksamen Asylverfahren in Griechenland verwehrt.

Verschärfend kommt das Scheitern der EU-Umverteilung hinzu: Die Zusage von EU-Mitgliedstaaten, 160.000 Menschen aus Italien und Griechenland aufzunehmen, spiegelt sich nicht in der Realität wider. Bisher konnten lediglich 295 von 66.400 Asylsuchenden Griechenland auch tatsächlich verlassen.

Helfen Sie mit.

Bitte appellieren Sie den Europäischen Rat, alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen auszuschöpfen, um Asylsuchende aus Griechenland rasch in EU-Mitgliedstaaten aufzunehmen und die humanitäre Krise am Balkan zu beenden.


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