Gambia: Morddrohungen gegen Journalist und Gewerkschafter

UA-332/2012
Index: AFR 27/013/2012
16. November 2012

Gültigkeit: Sie können an dieser Aktion bis 28. Dezember 2012 teilnehmen.



Der Journalist Ebrima Manneh wurde 2006 Opfer des Verschwindenlassens. Er war im Juli 2006 festgenommen worden, weil er versucht haben soll, regierungskritische Artikel zu veröffentlichen. Sein Verbleib ist noch immer unbekannt.

Der gambische Journalist Abubacarr Saidykhan erhielt am 13. November 2012 eine Morddrohung. Dies war nicht die erste Morddrohung; er und ein weiterer Journalist, Baboucarr Ceesay, waren zuvor bereits schon einmal bedroht worden. Die beiden Männer gehen davon aus, dass die Drohungen in Zusammenhang mit einer beantragten friedlichen Demonstration und ihrer journalistischen Arbeit stehen.

Morddrohung per Auto

Abubacarr Saidykhan unterhielt sich am 13. November 2012 gegen Mitternacht mit seinem Bruder in der Nähe ihres Grundstücktors in der gambischen Stadt Ebo Town, als ein schwarzes Auto ohne Nummernschild anhielt. Einer der vier Insassen schrie: "Wir haben dir gesagt, dass wir ohne Ankündigung zu dir kommen würden. Wir haben gehört, dass du ein wirklich sturer Journalist bist. Das nächste Mal, wenn wir dich sehen, werden unsere Patrioten dir den Schädel einschlagen. Ignorier nur ruhig weiter unsere Warnungen."

Vorangegangene Morddrohung

Abubacarr Saidykhan, der als unabhängiger freiberuflicher Journalist arbeitet, und Baboucarr Ceesay, Erster Vizepräsident der Pressegewerkschaft Gambia Press Union (GPU), hatten bereits am 25. Oktober 2005 per Mail eine Drohung erhalten. Darin hieß es: "Ihr wählt zwischen Leben und Tod! Ihr wollt den Ruf der APRC-Regierung und unseres gütigen Präsidenten in den Schmutz ziehen! Ich werde mit meinem patriotischen Team kommen!"

Journalisten hatten sich engagiert

Baboucarr Ceesay und Abubacarr Saidykhan hatten eine friedliche Demonstration gegen die im August vollstreckte Hinrichtung mehrerer TodestraktinsassInnen in Gambia angemeldet. Daraufhin wurden sie am 7. September festgenommen und am 10. September der "Verabredung zu einem Verbrechen" und wegen "Aufruhrs" angeklagt. Schließlich wurden sie gegen Kaution freigelassen. Die Anklagen gegen die beiden Männer wurden Berichten zufolge auf Anordnung von Präsident Yayha Jammeh am 23. Oktober fallengelassen.

Polizeischutz für einen Tag

Am 26. Oktober meldeten die Journalisten dem Generalinspekteur der gambischen Polizei die Drohung. Beide erklärten, dass sie daraufhin vom 26. bis 27. Oktober unter Polizeischutz standen.

Abubacarr Saidykhan berichete Amnesty International, dass am 26. Oktober ein Mann vor seinem Haus gestanden und dieses beobachtet habe. Der Journalist wies den Polizeibeamten, der sich zu seinem Schutz bei ihm aufhielt, an, den Mann zu befragen. Als der Beamte sich dem Mann jedoch näherte, stieg dieser in sein Auto ein und fuhr davon.

Baboucarr Ceesay meldete Amnesty International, dass seine Familienangehörigen vor seinem Haus am 11. November 2012 Personen in einem Auto ohne Nummernschild bemerkt haben, die sich auf Nachfrage weigerten, sich auszuweisen.

Amnesty deponierte Sorge

Amnesty International hat am 15. November 2012 mit dem Generalinspekteur der gambischen Polizei gesprochen und ihre Sorge um die Sicherheit der Journalisten zum Ausdruck gebracht. Der Generalinspekteur erklärte, dass die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen seien, die Polizei in den Wohnorten der beiden Männer regelmäßig Streife fahre und er die Journalisten dazu aufgefordert habe, selbst Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Er sagte weiterhin, dass er nicht wisse, wer Baboucarr Ceesay und Abubacarr Saidykhan bedroht.

Journalisten in Gambia in Gefahr

Am Dezember 2004 wurde Deyda Hydara, der ehemalige Vorsitzende der Gewerkschaft für Medienschaffende Gambia Press Union und Redakteur bei der Zeitung The Point, auf dem Weg von der Arbeit nach Hause im Auto durch Schüsse getötet. Drei Tage zuvor war ein umstrittenes Mediengesetz verabschiedet worden, gegen das sich Deyda Hydara lautstark eingesetzt hatte. Es sind bisher weder Untersuchungen zu dem Mordfall durchgeführt noch die Verantwortlichen vor Gericht gestellt worden.

Helfen Sie mit.

Fordern Sie die Behörden auf, für die Sicherheit von Baboucarr Ceesay und Abubacarr Saidykhan zu sorgen und eine unabhängige und unparteiische Untersuchung aller Drohungen gegen Abubacarr Saidykhan durchzuführen.

Musterbriefe zum Runterladen: englisch, deutsch


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