Griechenland: No Push Backs – Stoppt das Ertrinken im Mittelmeer

Herbstaktion



Auf dem ägäischen Meer kommt es immer wieder zu schockierenden "Push-Back"-Vorfällen: Flüchtlingsboote werden von der griechischen Küstenwache manövrierunfähig gemacht, Frauen, Männer und Kinder etwa aus Syrien oder Afghanistan aufs offene Meer zurückgestoßen und ihrem Schicksal überlassen. Dadurch verhindert die Küstenwache, dass Menschen Asyl beantragen können, und setzt Leben aufs Spiel. Seit August 2012 sind über 100 Menschen bei dem Versuch ertrunken, Griechenland über den Seeweg zu erreichen.

Lebensgefährliches Zurückdrängen auf das offene Meer

Diese lebensbedrohlichen „Push-back“-Operationen der griechischen Küstenwache und andere Methoden der Abschiebung von Flüchtlingen zeigte Amnesty International in einem aktuellen Bericht auf.

Amnesty International dokumentiert 39 Vorfälle, in denen Menschen beim Versuch, die Ägäis oder den Fluss Evros zu überqueren, in türkische Gewässer zurückgedrängt wurden. Ein 17-jähriger Afghane versuchte, gemeinsam mit seinen jüngeren Neffen in einem überfüllten Boot von der Türkei nach Griechenland zu fahren. Die Küstenwache entdeckte das Boot; die Beamt_innen kontrollierten die Menschen und schlugen sie. Anschließend montierten die Beamt_innen den Motor ab und ließen die 42 Flüchtlinge, darunter Kinder, hilflos im offenen Meer treiben. Schließlich wurden sie von der türkischen Küstenwache aufgegriffen und festgenommen.

Flüchtlinge werden zu Gefangenen

In diesem Bericht kritisiert Amnesty International auch die Inhaftierung von Asylsuchende und Migrant_innen in Griechenland. Asylsuchende, die in der EU Schutz suchen wollten, werden über Monate und zum Teil Jahre in Haft gehalten. Auch Kinder sind betroffen. Oft herrschen in den Hafteinrichtungen unmenschliche Bedingungen.

Selbst Asylsuchende, die seit Jahren in Griechenland leben, sind von den kollektiven Ausweisungen betroffen. Willkürlich werden Menschen auf der Straße aufgegriffen und, wenn sie sich nicht ausweisen können, zur Grenze gefahren und dort ausgesetzt.

Helfen Sie mit.

Amnesty International appelliert an die griechischen Behörden, ihre menschenrechtswidrigen Push-back-Operationen umgehend einzustellen und Vorfälle, in denen es zu kollektiven Abschiebungen und zu Misshandlungen kam, sehr genau zu untersuchen, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Musterbriefe zum Runterladen: englisch, deutsch

Aktion in Wien

Das Netzwerk Arbeit, Wirtschaft und soziale Rechte organisiert am 23. November 2013 am Stock im Eisen Platz in Wien eine Aktion gegen unrechtmäßige Abschiebungen in Europa. Mit einem Flashmob wollen wir um 14:30 Uhr und 15:30 Uhr auf die Situation von Flüchtlingen aufmerksam machen.

Datum: Samstag, 23.11.2013: 13:00-16:00 Uhr
Ort: Graben, Pestsäule, 1010 Wien


zurück