Guatemala: AktivistInnen gegen Bergbauprojekt bedroht

UA-334/2012
AMR 34/009/2012
16. November 2012

Gültigkeit: Sie können an dieser Aktion bis 28. Dezember 2012 teilnehmen.



Proteste vor dem Bergwerk El Tambor 2012: © James Rodriguez / mimundo.org

Zwei AktivistInnen der Organisation Frente Norte del Área Metropolitana (FRENAM), die sich gegen ein geplantes Bergbauprojekt einsetzen, wurden nach einer Kundgebung vor einem Bergwerk im Departamento Guatemala in San José del Golfo bedroht.

Gewalt gegen AktivistInnen während einer Demonstration

Am Morgen des 13. Novembers 2012 hielten Hunderte BergbaugegnerInnen der Organisation FRENAM (Frente Norte del Área Metropolitana) eine Demonstration vor dem Eingang des Minengeländes El Tambor (Verwaltungsbezirke San José del Golfo und San Pedro Ayampuc) ab. Rund 70 Bergbau-BefürworterInnen reagierten mit Beleidigungen, Stößen und Wasserwefen gegen die AktivistInnen.

Verhandlungen

Nach mehreren Stunden trafen Mitglieder der staatlichen Ombudsstelle für Menschenrechte (Procuraduría de los Derechos Humanos, PDH) und der Präsidialkommission für Menschenrechte (Comisión Presidencial de los Derechos Humanos, COPREDEH) ein, um die Situation zu beobachten. PDH und COPREDEH verhandelten mit beiden Gruppen und vereinbarten einen Mindestabstand von fünf Metern zueinander.

Drohungen nach Heimkehr

Gegen 16 Uhr verließen zwei AktivistInnen die Kundgebung und fuhren auf einem Motorrad nach Hause zu. Als sie eine halbe Stunde später in der Stadt San José del Golfo ankamen, wurden sie auf der Straße von einem Mann bedroht: Er schwang eine Machete, beleidigte die beiden Männer und drohte, sie zu töten. Dann stieg er in seinen Wagen und verfolgte sie über mehrere Häuserblocks. Die bieden AktivistInnen gelang es zu entkommen.

Anti-Bergbau-Aktivistin lebensgefährlich verletzt

Am 13. Juni 2012 war auf die Menschenrechtsverteidigerin Yolanda Oquelí, die bei den Protesten gegen das Bergbauprojekt in leitender Rolle mitwirkte, geschossen worden, als sie von den Kundgebung vor dem Minengelände El Tabor nach Hause fuhr. Sie überlebte den Angriff, erlitt aber schwere Verletzungen, siehe die Aktion http://gewerkschafterinnen.amnesty.at/guatemala/20120616.htm

Seit März 2012 wird vor dem Minengelände El Tambor protestiert. Die GegnerInnen des Bergwerks befürchten eine Verschmutzung des Trinkwassers durch die Bergbauaktivitäten. Sie wiesen auch darauf hin, dass die lokalen Gemeinschaften nicht über die möglichen Folgen aufgeklärt bzw. nicht zu dem Projekt konsultiert wurden. Das Bergwerk wird von EXMINGUA betrieben, einer lokalen hundertprozentigen Tochtergesellschaft des US-Unternehmens Kappes, Cassidy and Associates, die im August 2012 von Radius Gold gekauft wurde.

Helfen Sie mit.

Fordern Sie eine Aufklärung der Morddrohungen.

Adressen:

PRÄSIDENT
Otto Pérez Molina
Presidente de la República
Casa Presidencial
6ª Avenida 4-41, Zona 1
Puera del Centro
Ciudad de Guatemala
GUATEMALA

INNENMINISTER
Mauricio López Bonilla
Ministro de Gobernación
6ª Avenida 13-71
Zona 1
Ciudad de Guatemala
GUATEMALA

Brief englisch:

Dear President, Dear Minister,

I am writing to you to express my concern about the threaths against two anti-mining activists from the Northern Front of the Metropolitan Area (Frente Norte del Área Metropolitana, FRENAM) in San José del Golfo, following a confrontation outside a mine site.

I call for an independent, thorough and prompt investigation into the threats made, with the results made public and those responsible brought to justice.

I urge for protection to be provided if requested by those threatened.

Yours sincerely,

Brief deutsch:

Sehr geehrter Herr Präsident! / Sehr geehrter Herr Minister!

Ich schreibe Ihnen anlässlich der Proteste der Organisation FRENAM (Frente Norte del Área Metropolitana) bei El Tambor (Verwaltungsbezirke San José del Golfo und San Pedro Ayampuc. Zwei AktivistInnen haben am 13. November 2012 Morddrohungen erhalten.

Bitte leiten Sie unverzüglich eine unabhängige, sorgfältige und unparteiische Untersuchung der Drohungen ein, veröffentlichen Sie die Ergebnisse und stellen Sie die Verantwortlichen vor Gericht.

Ich fordere Sie höflich auf, umgehend alle erforderlichen Schutzmaßnahmen, falls dies von den Betroffenen erwünscht ist, zu ergreifen.

Hochachtungsvoll,

Musterbriefe zum Runterladen: englisch | spanisch


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