Guatemala: LandarbeiterInnen müssen um Sicherheit ihrer Familien fürchten

AI Index: AMR 34/018/2006
UA 162/06
08.06.2006


Bedrohte LandarbeiterInnen:
Roberto Cruz Romero Cortez
Arturo Mendez
Mercedes Clemencia Lopez Castro
Carmelina Lopez Cortez
Edwin Ranferi Lopez Castro
Julio Humberto Ramos Lopez
Natalia Lopez Lem
Felisa Lopez Lem
Gonzalo Ramoz Gomez
Rolando Ovidio Lopez Fuentes
Alma Roselia Juarez Alvarez

LandarbeiterInnen in Gefahr

Amnesty International ist in großer Sorge um die Sicherheit von elf Familien von LandarbeiterInnen (siehe Kasten) auf der Kaffee-Plantage der Nueva Florencia Farm in Colomba Costa Cuca (Region Quetzaltenango). Die ArbeiterInnen-Familien hatten einen Prozess gewonnen, in dem sie Land als Entschädigung für ungerechtfertigte Entlassung zugesprochen bekamen. Die Großgrundbesitzer weigern sich, das Urteil anzuerkennen und reagieren mit Gewalt.

Entlassung nach Gewerkschaftsgründung

Die Geschichte reicht bis ins Jahr 1997 zurück: Elf ArbeiterInnen (siehe Kasten) entschieden sich, vor Gericht zu gehen, nachdem sie von OTTMAR S.A. (Eigentümer der Nueva Florencia Farm) entlassen worden waren.

Diskreditierungskampagne

Während des mehrjährigen Gerichtsverfahren waren die betroffenen LandarbeiterInnen zahlreichen Schikanen ausgesetzt. Sie wurden bei den Großgrundbesitzern der benachbarten Farmer angeschwärzt und erhielten dort keine Arbeit. Ihren Kindern wurde die medizinische Versorgung der lokalen Klinik, welche auf dem Gebiet der Nueva Florencia Farm angesiedelt war, verwehrt.

Aufsehenerregendes Urteil

Am 11. Mai 2006 forderte das Gericht den Verkauf von La Gloria Farm und La Isla Farm (ebenfalls im Eigentum von OTTMAR S.A.), um daraus die LandarbeiterInnen finanziell für den Entlassung zu entschädigen. Da es aber keine Käufer gab, sprach der Richter La Gloria Farm und La Isla Farm den betroffenen ArbeiterInnen zu.

Unternehmen reagiert mit Schüssen

Schon am nächsten Tag, dem 12. Mai 2006, verstärkte OTTMAR S.A. das Korps der privaten Sicherheitsleute und ließen diese in der Nähe der Unterkünfte der LandarbeiterInnen patrollieren. An mehreren Tagen im Mai 2006 wurden sogar Schüsse abgefeuert.

Hetze über das Radio

Ebenfalls am 12. Mai 2006 gab OTTMAR S.A bei einem lokalen Radiosender Spots in Auftrag: Darin ließen sie ausrichten, dass La Gloria Farm und La Isla Farm im Eigentum von OTTMAR S.A. stünde und dass Sicherheitskräfte den Auftrag hätten, jeden Eindringling mit Gewalt zu entfernen.

Schussbefehl gegen Kinder

Am 1. Juni 2006 wurden die LandarbeiterInnen darüber in Kenntnis gesetzt, dass auf sie und ihre Angehörigen geschossen würde, falls sie den Fuß auf die Nueva Florencia Farm setzten. Damit wird den Kindern der Schulweg massiv erschwert: Wenn sie über die Nueva Florencia Farm gehen, müssen sie "nur" 3 Kilometer zurücklegen; der Weg über die öffentliche Straße beträgt 6 Kilometer.

Helfen Sie mit.

Lassen Sie die Familien der LandarbeiterInnen nicht im Stich. Fordern Sie eine unabhängige Untersuchung und etwaige strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen für die Schussbefehle.

Präsident:
Presidente de la República de Guatemala
Lic. Oscar Berger Perdomo
Casa Presidencial
6 a. Avenida
4-41 zona 1
Ciudad de Guatemala
GUATEMALA

Fax: +502 2238 3579
Anrede: Excelentísimo Sr. Presidente / Dear President

 

Landwirtschaftsministerium
Secretaria de Asuntos Agrarios
Lic. Mariela Aguilar
12 Avenida 19-01, Zona 1
Ciudad de Guatemala
GUATEMALA

Fax: +502 2285 2938
Anrede: Estimada Lic. Aguilar / Dear Ms Aguilar

 

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