Guatemala: Todesdrohungen gegen Bankengewerkschafter

AMR 34/035/2005
UA 198/05
28. Juli 2005


Sorge um Sicherheit

Amnesty International ist um die Mitglieder zweier Gewerkschaften besorgt:

Am 25. Juli wurde an einem Fenster ein Kranz und an der Tür zwei Todesnachrichten befestigt. Die erste Todesnachricht lautete "STCHN ruhe in Frieden. Wie schade, Pseudoführer und Hurensöhne zu verlieren", die zweite "Scheißkerle, Abschaum, Hurensühne, tschüss, auf Wiedersehen. 2005 ist ein unvergessliches Jahr der Zerstörung einer streitlustigen Gewerkschaft".

Die Drohungen wurden beim Büro des Staatsanwaltes und des Menschenrechtsanwaltes gemeldet. Bis jetzt wurden laut Kenntnisstand von Amnesty International noch keine effektiven Schutzmaßnahmen eingeleitet.

Langjährige Schikanen

Die Todesdrohungen gehen auf einen langen Arbeitskampf zurück, der 2002 begann, als 170 Mitglieder der STCHN zu freiwilligen Entlassungen gezwungen wurden, nachdem die Crédito Hipotecario Nacional privatisiert werden sollte. Laut Informationen der STCHN haben seit 2002 240 Mitglieder der Gewerkschaft gekündigt. Mitglieder der Gewerkschaft behaupteten auch, dass Ihre Telefone blockiert worden wären und dass die Behörden gedroht hätten, die Gewerkschaft für illegal zu erklären.

Am 22. Juli 2005 verschlechterte sich die Situation maßgeblich. Die Mitglieder der Gewerkschaft brachten bei einem Mitarbeiter des Büros des Staatsanwaltes eine Klage gegen die Handlungen des Managements ein, worauf ein Geschäftsführer beleidigt mit den Worten reagierte: "Ab jetzt werden neue Seiten aufgezogen".

Im Jahr 2004 gab es laut guatemaltekischen NGOs 122 Übergriffe auf MenschenrechtsverteidigerInnen, JournalistInnen, JustizbeamtInnen, GewerkschafterInnen, und anderen. Die Anzahl stieg im Jahr 2005 auf 130 an.

Helfen Sie mit

Appellieren Sie an den Präsidenten und den Generalstaatsanwalt von Guatemala und fordern Sie wirksame Maßnahmen zum Schutz der Gewerkschafter und eine Ende der Straflosigkeit, indem Sie die beiden Musterbriefe abschicken.

Musterbrief an Präsident und Generalstaatsanwalt