Guatemala: Diskriminierung und Missbrauch von Arbeiterinnen


Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch veröffentlichte im Jänner 2002 einen Bericht zu der von Diskriminierung und Missbrauch geprägten Situation, in der sich guatemaltekische Arbeiter und Arbeitsinnen befinden.

In dem Bericht "From the Household to the Factory: Sex Discrimination in the Guatemalan Labor Force" werden die beiden Branchen, in den der Anteil der weiblichen Arbeitskräfte am höchsten ist, unter die Lupe genommen:

  1. Die Export-Produktionszonen: Zehntausende Frauen arbeiten als Näherinnen in den "Maquilas", die für US-amerikanische Bekleidungskonzerne zuarbeiten. Voraussetzung für den ausbeuterischen Job ist im Allgemeinen die Aussage der Frauen, dass sie nicht schwanger sind - indem sie das auf dem Bewerbungsbogen oder in Interviews angeben oder sich Untersuchungen unterziehen müssen. Falls die Frauen dann schwanger werden, werden die Mutterschaftsgelder, die ihnen nach guatemaltekischen Recht zustehen, verweigert.

  2. Die Hausarbeit: Arbeiterinnen in privaten Haushalten, die meist aus indigenen Minderheiten stammen, steht nicht einmal das Recht auf Mindestlohn noch auf einen 8-Stunden-Tag bzw. eine 48-Stunden-Woche zu. Ihre Rechte auf Erholung und nationale Feiertage sind stark eingeschränkt und großteils wird ihnen das Recht verwehrt, die ohnehin aus Beiträgen der ArbeiternehmerInnen finanzierte Gesundheitsversorgung unter dem guatemaltekischen Sozialversicherungssystem in Anspruch zu nehmen.

Der gesamte Bericht im Original ist unter http://www.hrw.org/reports/2002/guat/ frei zugänglich.


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