IBFG: Arbeits- und Menschenrechte unter massivem Beschuss des "Freien Marktes"

Ein neuer Bericht zeigt massive Verstöße auf


Nach einer Studie des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG = ICFTU International Confederation of Free Trade Unions) nimmt der Druck gegen Gewerkschaften weltweit zu. Allein im Jahr 2002 wurden 213 Gewerkschaftsmitglieder aufgrund ihrer Gewerkschaftsaktivitäten ermordet. 206 dieser Fälle fanden in Lateinamerika statt.

Der IBFG berichtet des weiteren, dass in 133 Ländern Rechtsverletzungen nachgewiesen werden können. Diese sind bezeichnend für die Auswirkungen der Free-Market-Globalisierung auf die Rechte der Arbeiter und zeigen, dass die Gewalt gegen Gewerkschaften größer wird. Im Laufe des letzten Jahres wurden fast 1000 Aktivisten angegriffen und geschlagen, 2562 wurden verhaftet, 89 wurden zu Haftstrafen verurteilt, 30.000 wurden entlassen und etwa 20.000 wurden belästigt.

Das gefährlichste Land für gewerkschaftliche Aktivitäten ist mit Abstand Kolumbien. Im Jahr 2002 wurden 184 Morde, 27 Mordversuche, 189 Morddrohungen, 9 Vermisste, 139 willkürliche Verhaftungen und 27 Entführungen dokumentiert. Eines dieser Opfer war Carlos Alberto Bastidas Coral, ein Mitglied der kolumbianischen LehrerInnengewerkschaft SIMANA-CUT. Er wurde am 8. Jänner 2002 in der Provinz Nariño ermordet aufgefunden.

In vielen lateinamerikanischen Ländern leidet die Landbevölkerung vor allem an der Unterdrückung durch die Landbesitzer. Der IBFG berichtet in diesem Zusammenhang von einem Aufstand bei dem etwa 16 brasilianische Landarbeiter zu Tode kamen als sie es wagten Widerstand zu leisten. In Mexiko wiederum kündigte die Maquiladoras Gesellschaft (Export Processing Zone) in einer Zeitung an, dass sie ihren Mitgliedsfirmen eine Namensliste angeboten hatte, die die Namen derjenigen beinhaltet, die Forderungen nach höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen stellen, sodass diese keine Jobs mehr bekommen. Obwohl dieses Vorgehensweise illegal war, wurde von Seiten der Regierung nichts dagegen unternommen.

Auch in Afrika und Asien werden die Rechte der Arbeitnehmer aufs Ärgste beschnitten. Eine große Anzahl von ihnen, zumeist Frauen, ist gezwungen unter ständiger Gefährdung ihrer Gesundheit in unzulänglich gesicherten Arbeitsplätzen für geringe Löhne zu arbeiten.

In Südafrika wurde der Fall einer Frau bekannt, die an ihrem Arbeitsplatz Zwillinge gebar. Die Babys verstarben jedoch an Ort und Stelle da die Ausgänge versperrt waren und keine medizinische Hilfe zur Verfügung stand. Auch in Bangladesh werden Arbeiter an ihrem Arbeitsplatz regelrecht eingesperrt. Dies hat zur Folge dass in der Vergangenheit bereits unzählige Arbeiter durch Brände in Fabriken ums Leben kamen.

In Thailand wiederum wurden Arbeiter der Bekleidungsfirma Gina Form gezwungen, unbeschriftete Papiere zu unterzeichnen, die im Nachhinein zu Einverständniserklärungen für schlechte Arbeitsbedingungen und reduzierte Rechte gemacht wurden.

Die IBFG-Studie berichtet des weiteren von Angriffen gegen Gewerkschaftsaktivisten bzw. von Versuchen gewerkschaftliche Aktivitäten zu beenden und nennt in diesem Zusammenhang u.a. die Länder Burma, China, Zimbabwe, Swaziland, Südkorea, Brasilien und Haiti, aber auch Weißrussland und die USA.

In den USA werden gewerkschaftlich engagierte Arbeiter nicht toleriert - im letzten Jahr wurde mindestens einer von zehn, die sich um die Bildung einer Gewerkschaft bemühten, aus diesem Grund entlassen. In Denver/Colorado wurden die Mitarbeiter von Wal-Mart vom Management sogar dazu aufgefordert ihre Kollegen hinsichtlich deren gewerkschaftlichen Ambitionen zu bespitzeln. Gewerkschaftsmitglieder wurden daraufhin Opfer von Verhören und verbalen Belästigungen. Auch in Kanada und Australien werden die Rechte der Arbeitnehmer oftmals eingeschränkt.

Besonderer Ausbeutung sind in allen Teilen der Welt Immigranten ausgesetzt. Speziell im Mittleren Osten werden sie wie Sklaven gehalten, insbesondere gilt dies für immigrierte Frauen, die Hausarbeit verrichten.


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