Dezember 2008: IGB-Jahresbericht zeigt Auswirkungen von Gewerkschaftsfeindlichkeit

08.01.2009


Die "Jährliche Übersicht über die Verletzungen von Gewerkschaftsrechten 2008" des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) listet für das Jahr 2007 ArbeitnehmerInnenrechtsverletzungen in 138 Ländern auf.

Weltweit wurden 91 GewerkschafterInnen ermordet, wobei Kolumbien – wie in den vorangegangenen Jahren – das gefährlichste Land für GewerkschafterInnen war (39 ermordete GewerkschafterInnen 2007).

Aus 63 Ländern wurde über systematische und schwer wiegende Belästigungen und Einschüchterungen gegen GewerkschafterInnen berichtet. 73 GewerkschafterInnen wurden während des Jahres 2007 inhaftiert, darunter allein 40 im Iran.

In 15 Ländern wurden neue gesetzliche oder administrative Maßnahmen im Widerspruch zu den internationalen Übereinkommen gesetzt. In zahlreichen Ländern Afrikas griffen Arbeitgeber auf unzureichende Arbeitsgesetze zurück, um Gewerkschaftsspaltungen zu fördern und von Arbeitgebern kontrollierte Gruppen anstelle einer legitimen Gewerkschaftsvertretung ins Leben zu rufen.

Mittels Absprachen zwischen Regierung und Arbeitgebern wurde in einigen Ländern versucht, den Beschäftigten ihre legitimen Rechte, eine Gewerkschaftsmitgliedschaft bzw. gewerkschaftliche Vertretung vorzuenthalten. Dies gilt insbesondere für WanderarbeiterInnen, die weltweit ausgebeutet werden.

In zahlreichen Ländern der Welt sind freie Gewerkschaften verboten bzw. unterliegt ihre Arbeit in bestimmten Sektoren erheblichen Einschränkungen. Viele Regierungen verwenden eine sehr breit gefasste Definition von „wesentlichen Diensten", um – etwa Beschäftigten im öffentlichen Dienst – das Vereinigungs- und Tarifverhandlungsrecht zu verweigern. Eine deutliche Unterdrückung der Rechte der ArbeitnehmerInnen zeigte sich im Mediensektor, v.a. wenn sich Regierungen Untersuchungen von JournalistInnen entziehen wollten.

Die "Jährliche Übersicht 2008" konstatiert als eine allarmierende Entwicklung, die sich durch den gesamten Bericht zieht, das Bestreben sowohl nationaler als auch internationaler Arbeitgeber, unbefristete Vollzeitstellen in prekäre Beschäftigungsformen (befristete, Gelegenheits- und Teilzeittätigkeiten, die nicht existenzsichernd sind) umgewandelt werden. Viele Unternehmen haben reguläre Beschäftigte durch „Leiharbeitskräfte" ersetzt und sich so Pflichten entzogen, die sie andernfalls erfüllen müssten.

Weblink:

http://survey08.ituc-csi.org/


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