ERFOLG: Indien/Bhopal: Erste Schuldsprüche

7. Juni 2010
PRE01/177/2010


Sieben indische Staatsangehörige, die früher für das indische Unternehmen Union Carbide India Ltd (UCIL) arbeiteten, wurden von einem Gericht in Bhopal der fahrlässigen Tötung für schuldig befunden: Ein Schuldspruch, auf den maximal zwei Jahre Haft stehen.

Zu wenig, zu viel

"Es sind historische Urteilssprüche, aber es ist zu wenig und es ist zu spät. 25 Jahre auf das Ergebnis eines Strafprozesses zu warten, ist für die Überlebenden der Katastrophe und die Angehörigen der Toten eine inakzeptable Zeitspanne", sagte Audrey Gaughran, Leiterin der Abteilung Global Issues bei Amnesty International.

Lesen Sie mehr über die Urteilssprüche:
Auf der Website von Amnesty International Österreich
Auf der Website von Amnesty International (im englischen Original)

Über ein Vierteljahrhundert Warten auf Gerechtigkeit

Am 2. Dezember 1984, knapp vor Mitternacht entwichen Tonnen tödlicher Chemikalien der Pestizidfabrik der Firma Union Carbide in Bhopal (Indien). Bis heute verloren rund 25.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Unglück ihr Leben. Viele leiden bis heute unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die sie daran hindern, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Union Carbide, mittlerweile Tochterunternehmen der amerikanischen Dow Chemical Company, weigert sich bis heute, Verantwortung für den Unfall zu übernehmen.

Die Arbeitsgruppe für verfolgte GewerkschafterInnen setzt sich seit über fünf Jahren dafür ein, damit die Bhopal-Opfer Gerechtigkeit erfahren. Siehe die Aktion zum letzten Jahrestag im Dezember 2009 sowie das Aktionspaket zum 1. Mai 2010.

Helfen Sie mit!

Nach diesen bahnbrechenden Urteilen ruft Amnesty International die indische und US-amerikanische Regierung auf, auch die Union Carbide Corporation (UCC) mit Sitz in den USA zur Rechenschaft zu ziehen.

Machen auch Sie mit und appellieren Sie an Dows Chemicals und an die Behörden.

Schicken Sie die Musterbriefe unterschrieben und mit Absender versehen an die zuständigen Stellen.

Schicken Sie eine E-Mail an

Andrew N. Liveris
Chief Executive Officer
Dow Chemical Co.
Midland, MI 48674
USA

E-Mail: anliveris@dow.com

Textvorschlag:

Dear Mr Liveris,

The lives of tens of thousands of people in Bhopal were devastated in December 1984 by a catastrophic gas leak at Union Carbide’s pesticide factory. There has been no justice and no proper rehabilitation for survivors and this human rights disaster now spans generations. No one has been held to account for the serious failures leading to the leak. Union Carbide – today a wholly owned subsidiary of The Dow Chemical Company – walked away from Bhopal, without even decontaminating the site properly. This 25th anniversary year, I am joining the thousands of people who want to make Dow a promise: You can’t forget Bhopal – we won't let you.

We are calling on Dow to:

Yours sincerely,

Schreiben Sie in das Webformular des indischen Premierministers Manmohan Singh.

Prime Minister
Manmohan Singh
Prime Minister's Office (PMO)
South Block, Raisina Hill,
New Delhi
India 110 011

E-Mail: Web-Formular unter http://pmindia.nic.in/write.htm

Textvorschlag:

Dear Prime Minister,

I am deeply shocked by the lack of decisive action taken by your government to address the ongoing suffering of the people of Bhopal, 25 years after a gas leak from Union Carbide’s pesticide plant devastated their lives. Nearly 25,000 people have died since December 1984 and some 100,000 continue to suffer from health problems. The site has still not been cleaned up and the full facts of the leak and its impact have never been properly investigated.

While I welcome the setting up of a Coordination Committee on Bhopal, I appeal to you to:

Yours sincerely,


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