Indien: Anti-Stahlwerks-Aktivist mit Falschanklage konfrontiert

UA-008/2012
ASA 20/002/2012
12. Jänner 2012

Gültigkeit: Sie können an dieser Aktion bis 23. Februar 2012 teilnehmen.


Am 23. Dezember 2011 wurde Narayan Reddy, ein führendes Mitglied der Kommunistischen Partei Indiens im Bundesstaat Orissa, unter der falschen Anklage des Mordes festgenommen. Narayan Reddy engagiert sich in einer bereits seit sieben Jahren geführten Kampagne gegen die Enteignung von Gemeinschaftsland, das von den lokalen Bauern genutzt wird. Auf diesen Grundstücken will das südkoreanische Stahlunternehmen POSCO für rund 12 Milliarden US-Dollar (etwa 9 Mrd. Euro) eine Fabrik errichten.

Fabrizierte Anklage

Narayan Reddy wurde am 23. Dezember 2011 von der Polizei des indischen Bundesstaates Orissa festgenommen und des Mordes angeklagt. Hintergrund für die Anklage ist ein Vorfall am 15. Dezember 20011, bei dem es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den ArbeiterInnen, welche die Zufahrtsstraße zu dem Stahlwerk blockierten, und lokalen GegnerInnen kam. Bei den Auseinandersetzungen kam ein Mensch zu Tode, weitere 25 Personen zogen sich Verletzungen zu. Narayan Reddy war nicht an den Zusammenstößen beteiligt.

Keine Freilassung auf Kaution

Derzeit wird Narayan Reddy im Gefängnis von Samagol im Bundesstaat Orissa festgehalten. Ein Gericht vor Ort wies seinen Antrag auf Freilassung gegen Kaution ab, wahrscheinlich wird er jedoch erneut einen Antrag stellen.

Kritiker ausgeschaltet

Amnesty International geht davon aus, dass gegen Narayan Reddy Anklage erhoben wurde, um ihn von weiteren Aktivitäten gegen das Vorhaben der Behörden abzuhalten, in fünf Dörfern 1.600 Hektar Land (hauptsächlich Gemeinschaftsland) zu enteignen und damit den Weg für den Bau einer Stahlfabrik der Firma POSCO frei zu machen. In den zurückliegenden sieben Jahren haben AktivistInnen die Zufahrt zu dem Gelände blockiert, so dass weder VertreterInnen der Behörden noch MitarbeiterInnen von POSCO dorthin gelangen konnten. Das geplante Stahlwerk ist das bislang größte ausländische Investitionsvorhaben in Indien.

Gegen den früheren Kampagnenleiter Abhay Sahoo und zehn weitere an der Kampagne mitwirkende Menschen wurden ebenfalls jeder Grundlage entbehrende Anklagen erhoben.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die Behörden und schicen Sie die Musterbriefe ab.

Musterbriefe zum Runterladen

Ministerpräsident
Manmohan Singh
Prime Minister
South Block, Raisina Hill
New Delhi 110 001
India
Fax : (00 91) 11 2301 7931 oder (00 91) 11 2301 9545
E-Mail: über die Website pmindia.nic.in/feedback.php

Ministerpräsident von Orissa
Naveen Patnaik
Chief Minister of Orissa
Naveen Nivas
Aerodrome Road
Bhubaneswar 751001
India
E-Mail: cmo@ori.nic.in

Dear Prime Minister / Dear Chief Minister,

I am deeply concerned about the detention of Narayan Redd, a leader of the Communist Party who has been campaigning against forcible acquisition of common lands for a steel plant.

I urge you to immediately release Narayan Reddy if he is held solely on the basis of charges that Amnesty International believes to be false.

I call on you to take all necessary measures to guarantee that those campaigning for marginalized communities' land rights in Orissa and elsewhere are able to carry out their legitimate and peaceful human rights activities without fear of arrest, harassment and intimidation.

Please ensure that, while law and order should be maintained, those who are engaged in peaceful exercise of their rights to freedom of assembly and speech are able to do so without fear of violence or harassment.

Yours sincerely,


zurück