Indien/Bhopal: Bhopal-Kastrophe überschattet die olympischen Spiele in London

UA-296/2011-6
The Wire July/August 2012
Index: AC EUR 45/012/2012
Juli/Augiust 2012



Während die Welt diese Tage auf London schaut, wo nach einer pompösen Eröffnung die olypmischen Spiele stattfinden, wirft die Katastrophe im indischen Bhopal vor 28 Jahren ihren Schatten über das sportliche Großereignis. Dow Chemicals, Mutterfirma des verantwortlichen Unternehmens Union Carbide, weigert sich immer noch, Verantwortung zu übernehmen und den Opfern Gerechtigkeit zukommen zu lassen. Dow Chemicals sponsorte stattdessen die Außenhülle des neuen Olympiastadiums in London, und das Organisationskomitee der olympischen Spiele 2012 verteidigt den Konzern.

Unglaubliche Katastrophe mit enormen Folgen

Bei der Katastrophe in Bhopal am 2. Dezember 1984 entwichen Tonnen tödlicher Chemikalien aus der Pestizidfabrik der Firma Union Carbide in Bhopal (Indien). 7.000 bis 10.000 Menschen starben unmittelbar in den ersten drei Tagen nach dem Unfall; weitere 15.000 in den Jahren danach.

Viele Menschen leiden bis heute unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die sie daran hindern, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Unternehmen weigert sich Verantwortung zu übernehmen

Union Carbide, mittlerweile Tochterunternehmen der amerikanischen Dow Chemical Company, weigert sich bis heute, Verantwortung für den Unfall zu übernehmen. Die Opfer warten vergeblich auf Gerechtigkeit und Entschädigung.

Dow Chemicals sponsert die olympischen Sommerspiele 2012

Dow Chemicals sponserte die Außenhülle des neuen Stadions der olympischen Sommerspiele 2012.

Für das Organisationskomittee (London Organising Committee for the 2012 Olympic Games, LOCOG) kein Problem: Sie streiten einen Zusammenhang zwischen der Verantwortung von Dow Chemicals für die Bhopal-Katastrophe und der Wahl dieses Sponsors ab.

Meredith Alexander, ehemalige Vorsitzende der Nachhaltigkeitskommission zur Überwachung des Aktivitäten des LOCOG, hatte hingegen ein moralisches Problem. Sie trat von ihrer Position zurück, um ihren Protest an der Wahl des Sponsors kund zu tun (siehe 20120205.htm).

Weitere Informationen

Medienberichte:

Das Netzwerk Arbeit, Wirtschaft und soziale Rechte setzt sich seit Jahren für Gerechtigkeit für die Opfer von Bhopal ein (siehe 20091201.htm und bhopal.htm ).

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an den Vorsitzenden des Olympiakomittees.

Musterbriefe zum Runterladen

Sie können auch eine Postkarte (Download) schicken oder an der Online-Petition von Amnesty International UK teilnehmen.

Oder machen Sie bei der Twitter-Aktion (#bhopal @amnestyonline) mit!


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