Iran: Repression gegen Mitglieder einer freien Gewerkschaft



Ali Nejati

Die Mitglieder der Gewerkschaft der Zuckerrohrfabrik Haft Tapeh Sugar Cane Company (HTSCC) werden eingeschüchtert und bedroht. Führungsmitglieder werden immer wieder eingesperrt.

Zweite freie Gewerkschaft im Iran

Seit fünf Jahren haben die 5.000 ArbeiterInnen der Zuckerrohrfabrik Haft Tapeh Sugar Cane Company (HTSCC) immer wieder auf friedliche Weise gegen ausstehende Löhne protestiert. Sie wurden bedroht und die Anführer verfolgt und eingesperrt.

Im Jänner 2008 gründeten sie eine unabhängige Gewerkschaft – die zweite freie Gewerkschaft Irans nach der Gewerkschaft der Teheraner BusfahrerInnen rund um Mansour Ossanlu.

Haftstrafen wegen Interview

Fünf Gewerkschaftsführer, Ali Nejati, Ghorban Alipour, Mohammad Haydari Mehr, Jalil Ahmadi und Fereydoun Nikufard wurden im Oktober 2009 zu sechs Monaten Haft und weiteren sechs Monaten bedingt wegen „Verbreitung von Propaganda“ verurteilt, weil sie im Jahr 2007 in einem Interview mit ausländischen Medien über ihren Arbeitskampf berichtet hatten. Nach Ablauf der Haftstrafe wurden die fünf Gewerkschafter im Mai 2010 freigelassen; allerdings wurde einer von ihnen, Ali Nejati, wenige Tage später wieder vorgeladen.

Wegen eines weiteren Interviews mit ausländischen Medien am 1. Mai 2008 über ausstehende Löhne steht den fünf Gewerkschaftsführern ein weiterer Prozess bevor. Auch in diesem Fall könnten sie wgen "Propaganda gegen das System" zu bis zu einem Jahr Haft verurteilt werden.

Von der Arbeit gesperrt

Alle fünf Gewerkschafter sind weiters für fünf Jahre von der Arbeit in der HTSCC gesperrt.

Anwalt der Gewerkschafter im Gefängnis

Der Anwalt der Gewerkschafter, Mohammed Olyaeifard, verbüßt seit Mai 2010 eine einjährige Haftstrafe. Auch bei ihm war der Grund ein Interview: Er hatte über einen Klienten, den jugendlichen Straftäter, der gehängt wurde, berichtet.

Unsichere Freiheit

Auch Reza Rakhstan, der Sprecher der Gewerkschaft der HTSCC, wartet auf ein Urteil. Er wurde im Jänner 2010 verhaftet und – mit einiger Verzögerung – nach Zahlung einer Kaution freigelassen.

Weitere Informationen und aktuelle Aktionen

Info-Blatt zum Runterladen

Die Arbeitsgruppe für verfolgte GewerkschafterInnen ist beim GPA-dpj-Bundesforum und beim vida-Gewerkschaftstag im November 2010 mit einem Info-Tisch vertreten. Dort können Sie direkt mit uns sprechen und Apppellbriefe unterzeichen.

Helfen Sie mit.

Fordern Sie die unverzügliche und bedingungslose Freilassung von Rechtsanwalt Mohammed Olyaeifard und die Rücknahme der Anklagepunkte und der Arbeitssperre gegen die Gewerkschafter. Falls sie erneut verurteilt würden, würde sie Amnesty International als Gewissensgefangene erachten.

Musterbriefe zum Runterladen


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