Iran: Busfahrer sind frei - mit einer Ausnahme

AI Index: MDE 13/25/2006 + 13/27/2006
Weitere Informationen zu UA 26/06
16. und 20. März 2006


Massenverhaftungen nach Streik

Am 28. Jänner 2006 hatten die Teheraner Busfahrer gestreikt. Sie protestierten damit gegen die Verhaftung von Mansour Ossanlu, Vorsitzender der "Gewerkschaft der MitarbeiterInnen des Busunternehmens von Teheran und Umgebung", der seit 22. Dezember 2005 im Evin-Gefängnis in Teheran in Haft gehalten wird (siehe die Urgent Action vom 9. Jänner 2006). Rund um den Streik wurden über 500 ArbeitnehmerInnen verhaftet (siehe die Urgent Action vom 2. Februar 2006).

Internationale Solidarität hilft!

Als Reaktion auf die Verhaftungswelle reagierte die internationale Menschen- und Arbeitsrechtsbewegung mit Protesten. Neben den Aktionen von Amnesty International fanden auch diverse Kundgebungen von (Transport-)Gewerkschaften weltweit statt - insbesondere am extra ausgerufenen internationalen Solidaritätstag für die Teheraner Busfahrer (15. Februar). In Österreich hielten die Gewerkschaft der Eisenbahner und die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten eine Protestversammlung in einem Busdepot ab.

Der internationale Druck zeigte Wirkung: Nach und nach wurden die MitarbeiterInnen des Busunternehmens freigelassen. Anfang März befanden sich noch die Mitglieder des Exekutivkomitees der Bus-Gewerkschaft in Haft.

Entlassungen

Den ArbeitnehmerInnen war zugesichert worden, sie könnten wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Allerdings hinderte sie dann der Dienstgeber daran, die Arbeit wieder aufzunehmen - angeblich auf Weisung der Regierung. Aus Protest zogen die ArbeitnehmerInnen vor das Arbeitsministerium.

Am 11. März 2005 gab das staatlichen Bus-Unternehmen eine Liste mit den Namen von 46 MitarbeiterInnen heraus, die entlassen wurden.

Mansour Ossanlu bleibt in Haft

Ende März wurden die übrigen Gewerkschafter aus der Haft entlassen - mit einer Ausnahme: Mansour Ossanlu, der Vorsitzende der Bus-Gewerkschaft, dessen Festnahme die Streiks ausgelöst hatte, sitzt immer noch im Evin-Gefängnis in Teheran ein, ohne dass je Anklage gegen ihn erhoben wurde. Er benötigt unsere Solidarität!

Helfen Sie mit!

Appellieren Sie an die Behörden im Iran und fordern Sie die unverzügliche Freilassung von Mansour Ossanlu.

Adressen:
Supreme Leader of the Islamic Republic
His Excellency Ayatollah Sayed 'Ali Khamenei
The Office of the Supreme Leader
Shoahada Street
Qom
Islamic Republic of Iran
Fax: + 98 251 7 774 2228
(Anmerkung: "FAO the Office of His Excellency, Ayatollah al Udhma Khamenei")
E-Mail: istiftaa@wilayah.org oder info@leader.ir
Anrede: Your Excellency
Head of the Judiciary
His Excellency Ayatollah Mahmoud Hashemi Shahroudi
Ministry of Justice, Park-e Shahr,
Tehran, Islamic Republic of Iran
E-Mail: irjpr@iranjudiciary.org
(mark "Please forward to His Excellency Ayatollah Shahroudi")
oder über deren Website: http://www.iranjudiciary.org/feedback_en.html
Fax: + 98 21 8 879 6671 / 6 640 4018 / 6 640 4019
Anrede: Your Excellency

Musterbrief - englisch:

Your Excellency,
Welcoming the release more than 500 employees of the United Bus Company of Tehran detained in connection with a strike, I express my concern about Mansour Ossanlu, Head of the Union of Workers of United Bus Company of Tehran, still detained in Evin Prison. Considering him as a prisoner of conscience being held solely on account of his peaceful activities as trade unionists, I urge for his unconditional and immediate release.
Yours sincerely,