Iran: Gewerkschaftschef Mansour Ossanlu darf nicht erblinden!

AI Index: MDE 13/118/2007
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18. Oktober 2007


Der Gefängnisarzt im Teheraner Evin-Gefängnis teilte dem inhaftierten Gewerkschafter mit, er werde in den nächsten zwei Wochen erblinden, sollte er keine adäquate medizinische Versorgung erhalten.

Falschmeldung der Behörden über vermeintliche medizinische Versorgung

Am 9. Oktober 2007 wollte zunächst eine Delegation indonesischer GewerkschafterInnen, danach Ossanlus Ehefrau den Gewerkschaftschef im Gefängnis besuchen. Die Gefängnisleitung wies sie alle ab - mit der Begründung, Mansour Ossanlu wäre in ein Krankenhaus zur Behandlung der ihm im Mai 2005 von Sicherheitskräften zugefügten Verletzungen verlegt worden.

Seine Ehefrau konnte ihn schließlich am 15. Oktober besuchen. Mansour Ossanlu erklärte ihr, dass er keinerlei medizinische Versorgung erhalten habe.

Film über Mansour Ossanlu

Mansour Ossanlu, Vorsitzender der Teheraner Bus-Gewerkschaft, war am 10. Juli 2007 erneut verhaftet worden (siehe auch die Aktion auf dieser Website).

Am 16. Oktober 2007 brachte die Internationale TransportarbeiterInnen-Gewerkschaft ITF (International Transport Workers' Federation) einen Film mit dem Titel "Freedom Will Come - the Story of Mansour Osanloo" über den Gewerkschafter heraus, der die weltweite Kampagne für die Freilassung von Mansour Ossanlu unterstützen soll. Zu sehen auf der Website der ITF und bei YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=in-vF2LvITk

Solidarität mit Mansour Ossanlu

Dieser Film reiht sich in eine Kette von Solidaritätsaktionen seitens von (Transport-) Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen wie AI. Wir berichteten auf dieser Website über den internationalen Solidaritätstag für Mansour Ossanlu am 9. August 2007 und den darauf folgenden Besuch von VertreterInnen der VIDA und AI beim iranischen Botschafter in Wien.

Die Transportgewerkschaften riefen den 15. September 2007 als weiteren Solidaritätstag für im Iran inhaftierte GewerkschafterInnen aus. Am 15. Oktober waren weltweit Beschäftigte in der Verkehrswirtschaft mit Anstecknadeln, auf denen die Freilassung von Mansour Ossanlu gefordert wurde, unterwegs.

Die österreichische Gewerkschaft VIDA hatte dieses Zeichen der Solidarität übernommen: Gemeinsam mit den BetriebsrätInnen des ÖBB-Postbusses trugen die LenkerInnen des Flughafenbusses "Vienna Airport Lines" am Solidaritätstag Anstecker; ein im Bus angebrachtes Poster informierte über das Schicksal ihres Kollegen im Iran (siehe http://www.vida.at/servlet/ContentServer?pagename=S03/Page/Index&n=S03_0.a&cid=1192029248632).

Helfen Sie mit!

Beteiligen Sie sich wieder und machen Sie Druck auf die iranischen Behörden: Fordern Sie die Freilassung von Mansour Ossanlu und seine dringende medizinische Betreuung.

Sie können selbst Briefe (Faxe, E-Mails, etc. - Adressen und Text siehe unten) erstellen oder sich an der Online-Aktion auf der Website der Amnesty International UK beteiligen: http://www.Amnesty.org.uk/actions_details.asp?ActionID=334

Adressen:
Head of the Judiciary
Ayatollah Mahmoud Hashemi Shahroudi
Ministry of Justice
Ministry of Justice Building
Panzdah-Khordad Square
Tehran
Islamic Republic of Iran

Fax: +98 21 3390 4986 (please keep trying)
E-Mail: info@dadgostary-tehran.ir (In the subject line: FAO Ayatollah Shahroudi)

 

Leader of the Islamic Republic
His Excellency
Ayatollah Sayed 'Ali Khamenei
The Office of the Supreme Leader
Islamic Republic Street
Shahid Keshvar Doust Street
Tehran
IRAN

Anrede: Your Excellency
E-Mail: info@leader.ir

 

Kopie an:
President
His Excellency Mahmoud Ahmadinejad
The Presidency
Palestine Avenue
Azerbaijan Intersection
Tehran
Islamic Republic of Iran

E-Mail: dr-ahmadinejad@president.ir oder via www.president.ir/email

Musterbrief (englisch):

Your Excellency,

I urge you to ensure that trade union leader Mansour Ossanlu is seen by a qualified doctor and receives urgent treatment by an eye specialist. Every prisoner has the right to adequate medical attention!

I am deeply concerned that Mansour Ossanlu appears to be held solely on account of his peaceful trade union activities, in which case he should be released immediately and unconditionally.

Furthermore, I call for him to be given immediate and regular access to his lawyers, and his family.

Finally, I would like to take the opportunity to remind you of your obligations under ICCPR Article 22 (1) and ILO conventions 87 and 98, which provide for the right to form and join trade unions.

Yours sincerely,