Das Jahr 1998 - Ein Rückblick auf ausgewählte Aktivitäten der AI-Gruppe 121


März 1998

Ein gemeinsamer Abend mit der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB)

Unsere Gruppe war bei der KAB Kaiserebersdorf eingeladen: Es war weit mehr als ein Informationsabend - wir von AI wurden mit allergrößter Herzlichkeit aufgenommen, und aus dem gemeinsam erlebten Ungerechtigkeitsgefühl angesichts der bestehenden Verletzungen der Menschenwürde wurde eine Basis für weitere Zusammenarbeit aufgebaut. Die Unterstützung für die von uns betreute Ägypterin Amal Farouq Mohammad al-Maas in der Zeitschrift "Impuls - Informationen der Katholischen ArbeitnehmerInnen der Erzdiözese Wien" war ein konkretes Ergebnis dieses Abends - aber nicht das einzige.

April 1998

Eine Petition für Amal

Infostand für Amal

Seit dem Frühjahr ersuchte unsere Gruppe um Unterschriften auf einer Petitionsliste zugunsten der Ägypterin Amal Farouq Mohammad al-Maas. Wir forderten dabei den ägyptischen Staat auf, Amal vor weiterer Verfolgung zu schützen und die Folterungen, die sie erlitten hatte, zu untersuchen. Über mehrere Monate hinweg wurden Unterschriften gesammelt.

Mai 1998

ÖBG-Präsidium: Bekenntnis zu den Menschenrechten

"Ich verspreche, alles in meiner Macht Stehende zu tun, damit die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankerten Rechte weltweit Wirklichkeit werden." Diese Grundsatzerklärung gaben Österreichs führende Gewerkschafter ab: Mit ihrer Unterschrift im "Großen Buch der Menschenrechte" bekräftigten die Gewerkschaftsführer die Prinzipien, denen sie sich ohnehin in ihrer täglichen Arbeit verpflichtet fühlen. Die Termine bei den Präsidiumsmitgliedern des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und bei Anton Benya wurden von unserer Gruppe organisiert und - zum Teil gemeinsam mit dem AI-Generalsekretär Mag. Heinz Patzelt - wahrgenommen.

ÖGB Präsidium    ÖGB Präsidium

 

Eine Reise in die Donaumonarchie mit Fritz Muliar - Benefizveranstaltung im AKZENT

Fritz Muliar im Akzent

Mit dem Wunsch nach einer Benefizveranstaltung für unsere Gruppe begann es; daraus wurde ein großartiger Abend mit Prof. Fritz Muliar. Bevor sich Fritz Muliar auf gewohnt exzellente Weise auf die Spuren von Schwejk & Co. begab, bekundete er mit einer Unterschrift im "Großen Buch der Menschenrechte" sein Engagement für die Menschenrechte. Auch finanziell war der Abend ein voller Erfolg - dank des Theaters AKZENT, insbesondere seines Direktors Dr. Schleppnik.

Ankündigung im Programm

 

Verfolgter äthiopischer Gewerkschafter bei AI-Veranstaltung in der GPA

Essayas Berhanu

Bei einer Informationsveranstaltung in der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) präsentierten wir unsere Arbeit, insbesondere unser Verständnis, wie wir den Einsatz für soziale Rechte in die klassische Menschenrechtsarbeit von Amnesty International integrieren wollen. Als Gastreferent hatten wir Esayas Berhanu eingeladen, der in Äthiopien als Gewerkschaftsfunktionär tätig gewesen war. Während seiner Teilnahme an einem internationalen Gewerkschaftskongreß in Wien im Juli 1995 verschärfte sich die politische Lage in seiner Heimat massiv. Gewerkschafter waren akut gefährdet, eine Heimkehr Esayas Berhanus wäre (lebens-)gefährlich gewesen. Esayas schilderte drastisch die Tage voller Unsicherheit, bis er endlich in Österreich als Flüchtling anerkannt wurde.

 

Laufen für die Menschenrechte

Laufen für die Menschenrechte

Unter dem Motto "Laufen zum 50jährigen Bestehen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" bewältigten Mitglieder unserer Gruppe gemeinsam mit anderen Amnesty-AktivistInnen eine Strecke von fünfzehn Kilometern beim "Wiener Frühlingslauf". Mit ihren T-Shirts mit einem markanten Logo am Rücken fiel die Gruppe auf. Initiator und Organisator der Aktion "Laufen für die Menschenrechte", die dieses Jahres bereits zum zweiten Mal stattfand, war ein Mitglied unserer Gruppe.

Juni 1998

Unsere Partner - Info-Tour in Oberösterreich

Weltumspannend Arbeiten

Eine Tour durch Oberösterreich, bei der der Sprecher unserer Gruppe Vorträge vor Gewerkschaftsfunktionären hielt, ermöglichte es uns, eine Kooperation mit uns unterstützenden Personen und Organisationen auf- bzw. auszubauen. Professionell organisiert wurde diese Info-Tour von Angelika Zoder von "weltumspannend arbeiten", einer wichtigen Partnerorganisation unserer Gruppe.

 

Eine Messe in der Pfarre Breitensee

Pfarrer beim Unterschreiben

Artikel in Bezirkszeitung

 

"Recht aufMalen" - SchülerInnen präsentieren Menschenrechte

Mit Unterstützung des Wiener Stadtschulrates wurde in einer gemeinsamen Aktion mehrerer Wiener Amnesty-Gruppen die Aktion "Recht aufMalen" organisiert, im Rahmen dessen sich Schülerinnen und Schüler kreativ mit der Thematik der Menschenrechte auseinandersetzten. Die Arbeiten wurden in einer zweiwöchigen Ausstellung im Kulturverband Favoriten präsentiert. Die feierliche Eröffnung nahm die Favoritner Bezirksvorsteherin Hermine Mospoitner vor, die bei dieser Gelegenheit auch gleich im "Großen Buch der Menschenrechte" firmierte. Beeindruckend war bei dieser Vernissage, bei der übrigens in Gebärdensprache gedolmetscht wurde, auch der Beitrag von Kindern, die die 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in einer kindergerechten Version vortrugen.

Juli 1998

30 Minuten für Algerien

Angesichts der entsetzlichen Greueltaten in Algerien und der Tatenlosigkeit der internationalen Gemeinschaft wurde die Mahn-Veranstaltung "30 Minuten für Algerien" ins Leben gerufen. Jede Woche trafen sich - stets zur gleichen Zeit - Menschen an zentralen Plätzen in Städten der Schweiz (wo die Aktion initiiert wurde), in Belgien, in Großbritannien, in den Niederlanden und auch in Österreich. In Österreich fand "30 Minuten für Algerien" im Sommer und Herbst dieses Jahres statt, unsere Gruppe organisierte und betreute im Juli eine Aktion.

August 1998

Radio Orange geht in den Äther

Das freie Radio Orange 94.0 bietet allen Interessierten die Möglichkeit, selbst Radio zu machen. Unsere Gruppe nutzte dieses Angebot und erstellte Programmbeiträge, z.B. eine Sendung über Kinderarbeit. Sendungen unserer Gruppe werden im Rahmen der Orange-Programmschiene "Werkfunk-Funkwerk" (Montag bis Mittwoch 16.30 - 17.00 Uhr) ausgestrahlt.

 

Arbeiterkammer-Präsident signierte im "Großen Buch der Menschenrechte"

Auch der Präsident der Bundesarbeitskammer, Mag. Herbert Tumpel, bekundete mit der Unterschrift im "Großen Buch" seine Bereitschaft, sich für die Einhaltung und Förderung aller Menschenrechte einzusetzen.

September 1998

Lilienfelder Kindersommerspaß: Kindgerecht Menschenrechte vermitteln

Mitglieder unserer Gruppe waren in Lilienfeld eingeladen, um dort im Rahmen des "Kindersommerspaßes" einen Nachmittag zu gestalten. Mit Spielen zur Förderung von Vertrauensbildung und Toleranz, mit dem Basteln der guatemaltekischen Sorgenpüppchen und mit dem Besuch des Kasperl, der mit seinem Abenteuer mit dem Zauberer Unerbittlich im "Finsterwald" nicht fehlen durfte, verging der Nachmittag für die Kinder und die BetreuerInnen wie im Flug.

 

Dauerhafte Kooperation mit Österreichs größter Illustrierten

In der September-Ausgabe kündigte die "Solidarität", die Illustrierte des ÖGB, die Zusammenarbeit mit Amnesty International an. Die "Solidarität" bringt nun jeden Monat das Schicksal eines Menschen, der/die wegen seines/ihres Einsatzes für Arbeitsrechte verfolgt wird, und bittet um Unterstützung mittels Appellen. Für unsere Gruppe, die die Informationen an die "Solidarität" übermittelt, ist diese Kooperation ein wichtiger Meilenstein, da uns die "Solidarität" (mit einer Auflage von mehr als 1,5 Millionen) ein weites Forum für unsere Anliegen bietet.

 

Kinderfreunde-Fest in Wien-Penzing

Am "Welttag des Kindes" war unsere Gruppe beim Kinderfreunde-Fest im Baumgartner Casino im 14. Gemeindebezirk vertreten. Für die Kleinen gab es wieder einmal das Amnesty-Kasperltheater, bei den Erwachsenen baten wir um Unterstützung für die Kampagne zum "50. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte". Die Lokalpolitikerinnen und -politiker gingen mit ihrer Unterschrift im "Großen Buch der Menschenrechte" mit gutem Beispiel - und öffentlichkeitswirksam - voran.

Oktober 1998

5.888 Appelle gehen nach Ägypten

Beinahe 6.000 Menschen unterschrieben auf der Petitionsliste für Amal Farouq Mohammad al-Maas und appelierten somit für die Untersuchung der an ihr begangenen Folterungen. Unsere Bemühungen um einen Termin beim ägyptischen Botschafter in Wien, bei dem wir ihn um die Weiterleitung der Petitionen und um die Unterstützung unseres Anliegens bitten wollten, waren leider erfolglos. Daher schickten wir die gesammelten Appelle direkt an Präsident Mubarak.

November 1998

Workshop-Moderation beim Arbeitsweltseminar in Steyr

Unsere Gruppe war zu dem - von "weltumspannend arbeiten" organisierten - zweitägigen Seminar "Die Arbeitsbedingungen global sind das, was uns verbindet" eingeladen. Unser Gruppensprecher moderierte einen der Workshops dieser Veranstaltung, die das Ziel hatte, die Kooperation unter diversen Gruppen (Gewerkschaften, österreichische und ausländische regierungsunabhängige Organisationen) zu forcieren.

 

"Hände weg von Dita Indah Sari"

Unsere Gruppe bemüht sich um die Freilassung der indonesischen Gewerkschafterin Dita Indah Sari - unterstützt durch starke Partner wie "weltumspannend arbeiten" und das Frauenreferat des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB). Derzeit werden Petitionen für die junge Indonesierin gesammelt, die neben der Unterschrift auch einen Handabdruck enthalten. Die Aktion "Hände weg von Dita Indah Sari" wurde unter anderem beim Gewerkschaftstag der GPA durchgeführt; nahezu alle Delegierten appellierten persönlich für die Freilassung von Dita.

Dezember 1998

Globale Begegnungen

Am 1. Dezember fand in der Erzdiözese Wien eine Veranstaltung mit vier Organisationen bzw. Gruppen statt. Gastgeber war die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), die die Ziele und Aufgaben ihrer Organisation beschrieb. Eine gehörlose Frau berichtete, wie Gehörlose in der Arbeitswelt und auch im Alltag immer wieder Diskriminierung erfahren. Das bildungspolitische Projekt "weltumspannend arbeiten" des ÖGB Oberösterreich zeigte in einem Videofilm internationale Wirtschaftszusammenhänge auf und veranschaulichte, wie ArbeitnehmerInnen des Süden unterstützt werden können. Unsere Amnesty-Gruppe, Mitorganisatorin der Veranstaltung, bat um Hilfe bei der Aufklärung der Schicksale von verschwundenen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern in Guatemala. Die Veranstaltung, die zur Gänze in Gebärdensprache gedolmetscht wurde, war für uns ein äußerst wichtiger Schritt bei der Intensivierung der Kooperation mit anderen Organisationen.

 

Tag der Menschenrechte: Fackelzug und Schaufenster in einer U-Bahn-Passage

Natürlich war unsere Gruppe am 10. Dezember, dem 50. Jahrestag der Verkündung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, mit dabei. Bei einem Fackelzug durch die Wiener Innenstadt wurde erinnert, was noch alles zu tun ist, um diese Deklaration Wirklichkeit werden zu lassen. Mit Transparenten zu den 30 Artikeln der Menschenrechtserklärung wurde dem Mahnen Amnestys bildlich Ausdruck verliehen. Unsere Gruppe hatte das Transparent zu Artikel 19 - Recht auf freie Meinungsäußerung gestaltet.

Rechtzeitig zum 50. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte war das von unserer Gruppe betreute Schaufenster in der Passage der U-Bahnstation "Volkstheater" (U3) fertiggestellt worden. Im Laufe des Menschenrechtsjahres 1998 war es gewachsen: Die einzelnen Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte waren nach und nach künstlerisch dargestellt worden, bis nun der gesamte Reigen der 30 Artikel das Schaufenster ziert.

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