Jordanien: Ausbeutung und Missbrauch von HausarbeiterInnen

20.04.2009



M. (Name geheim gehalten), aus Indonesien. Vier Jahre beim ersten Arbeitgeber: Schläge, ausständige Lohn- und Strafzahlungen für die Aufenthaltsbewilligung. Flucht vor dem zweiten Arbeitgeber: M. wurde mehrere Wochen in Haft gehalten, weil dieser sie des Diebstahls angeklagte. Ihre Unschuld wurde bewiesen. Dank Rechtsbeihilfe wurden die Strafzahlungen und die Hälfte des ausstehenden Lohnes (für 5 Jahre) geleistet. M. kehrte nach Indonesien zurück. AI

Rund 70.000 Migrantinnen, großteils aus Indonesien, den Philippinen und Sri Lanka, schuften in Jordanien als Hausarbeiterinnen in Jordanien. Sie müssen bis zu 19 Stunden täglich arbeiten, sieben Tage, ohne Urlaub. Von ihren Arbeitgebern erfahren viele Hausarbeiterinnen physische, psychische und sexuelle Gewalt. Im Allgemeinen dürfen die Frauen nicht das Haus des Arbeitgebers verlassen; viele Arbeitgeber konfiszieren den Pass der Hausarbeiterinnen, um ihre Freiheit einzuschränken.

Hausarbeiterinnen, die versuchen, ihre Rechte einzufordern (z.B. ausständiger Lohn, Zahlungen des Arbeitgebers für die Verlängerung der Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung), landen oft selbst etwa mit dem Vorwurf des Diebstahls im Visier der Justiz.

Angesichts der dramatischen Situation wurden zwar bestimmte Rechte für die Migrantinnen (z.B. Anspruch auf medizinische Versorgung, arbeitsfreier Tag) gesetzlich eingeführt, aber in der Praxis sind sie nicht umgesetzt.

Nähere Informationen

Helfen Sie mit.

Schreiben Sie dem jordanischen Arbeitsminister und fordern Sie Schutz und Rechtsanspruch für die Hausarbeiterinnen.

Musterbrief


zurück