Kambodscha: Yorm Bopha - Wegen ihres Einsatzes gegen Zwangsräumungen verurteilt

Briefmarathon 2013

Gültigkeit: Sie können an der Aktion bis jedenfalls Anfang Jänner 2014 teilnehmen.



Yorm Bopha ist Vertreterin der Boeung-Kak-See-Aktivistinnen in Phnom Penh, die gegen den Verlust ihrer Häuser nach dem Zuschütten des Sees und damit Überflutung des umgebenden Landes auftraten. Sie wurde verhaftet und zu zwei Jahren Haft verurteilt. Dank der internationalen Solidarität kam sie auf Kaution frei, befürchtet eine erneute Verhaftung, da sie immer noch als schuldig gil.

Fabrizierte Vorwürfe

Yorm Bopha wurde am 4. September 2012 verhaftet und gemeinsam mit ihrem Ehemann Luos Sakhorn der Planung eines Überfalls auf zwei Männer, die angeblich in der Nachbarschaft Diebstähle begangen hätten, angeklagt. Ihren beiden Brüdern, die seit Jahren nicht in der Gegend leben, wurde vorgeworfen, den Überfall begangen zu haben.

Die Vorwürfe entbehren jeder Grundlage. Die Angeklagten stritten bei einem Gerichtsverfahren am 26. und 27. Dezember 2012 den Vorwurf ab, und die vermeintlichen Überfallsopfer verwickelten sich in Widersprüche.

Aber alle vier Angeklagten wurden zu drei Jahren Haft sowie zu Schadensersatzzahlung an die vermeintlichen Opfer verurteilt. Der Ehemann von Yorm Bopha wurde auf Bewährung freigelassen. Gegen ihre beiden Brüder wurde Haftbefehl erlassen; das Verfahren hatte in ihrer Abwesenheit stattgefunden. Im Berufungsverfahren wurde das Urteil von Yorm Bopha auf zwei Jahre gesenkt.

Massive Zwangsräumungen

Seit 2007 wurden mehrere tausend am Ufer und in der Nähe des Boeung-Kak-Sees lebende Menschen vertrieben. Das Land war zur Erschließung an ein Unternehmen verpachtet worden. Die Bewohner_innen wurden schikaniert und bedroht, um sie zur Annahme völlig unzulänglicher Entschädigungsleistungen zu drängen oder der Umsiedlung an einen Ort zuzustimmen, an dem weder Arbeitsplätze für sie vorhanden sind noch eine ausreichende Infrastruktur oder angemessene Grundversorgung existiert.

Die betroffenen Gemeinden organisierten friedliche Kampagnen, Aktionen und Proteste gegen die Umsiedlungsvorhaben. Vorreiter der Proteste waren Frauen.

Sprachrohr für Aktivistinnen

Yorm Bopha äußerte sich offen gegen die Inhaftierung der 13 weiteren Boeung-Kak-See-Aktivistinnen in Phnom Penh, die im Mai 2012 in einem Sammelverfahren zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden waren. Nach internationalen Protesten kamen die Frauen nach einem Monat frei.

Erfolg: Auf Kaution freigelassen

Am 22. November 2013 wurde die Gewissensgefangene Yorm Bopha auf Kaution freigelassen. Ein Erfolg der internationalen Solidarität: Vor der Berufungsverhandlung am 22. November 2013 hatte Amnesty International zu Appellen für die Freilassung für die Aktivistin aufgerufen.

Helfen Sie mit.

Yorm Bopha wurde freigelassen, aber sie befürchtet eine erneute Verhaftung, da sie immer noch als schuldig gilt. Amnesty International setzt sich daher weiterhin mit dem Briefmarathon für die mutige Aktivistin ein. Fordern auch Sie, dass alle Vorwürfe gegen Yorm Bopha fallengelassen werden und ihre Freilassung eine unbedingte wird.

Musterbriefe zum Runterladen: englisch, deutsch

Weitere Informationen zum Briefmarathon 2013: regionwien.amnesty.at/Briefmarathon/index.html


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