Kenia: Dreitausend Menschen mit Gewalt vertrieben

UA: 203/09
Index: AFR 32/010/2009
28. Juli 2009
Aktion läuft bis 8. September 2009


AI-Generalsekretärin Irene Khan zu Besuch in einer informellen Siedlung in Nairobi, 8. Juni 2009.
© Amnesty International

Menschen ohne Perspektive nach Zwangsräumung

Etwa 3.000 Menschen aus über 1.000 Haushalten wurden am und um den 22. Juli 2009 aus ihren Häusern in der Siedlung Githogoro in der Hauptstadt Nairobi vertrieben.

Einige der Betroffenen haben die Siedlung verlassen, um sich eine neue Unterkunft zu suchen, andere kampieren vor einer Kirche neben der Siedlung. Viele Vertriebene, darunter auch Kinder, haben keine andere Wahl, als in den Trümmern ihrer einstigen Unterkunft zu bleiben. Sie müssen unter freiem Himmel schlafen und sind dabei der Kälte und dem Regen des kenianischen Winters ausgesetzt.

Miserable hygienische Bedingungen

Die Regierung Kenias bietet den Opfern keine Unterstützung oder Soforthilfe an. Bei der widerrechtlichen Zwangsräumung wurden Gemeinschaftstoiletten zerstört, wodurch das Krankheitsrisiko für die in der Siedlung Verbliebenen steigt. Ihnen steht kein adäquater Zugang zu sauberem Wasser, Sanitäranlagen oder medizinischer Versorgung zur Verfügung.

Ohne Vorwarnung

Die Polizei führte die Zwangsräumung durch, ohne die Betroffenen vorher zu konsultieren oder ausreichend zu benachrichten. Den BewohnerInnen wurde eine Frist von 72 Stunden gesetzt, um ihre Häuser selbst abzureißen. Ansonsten - drohte die Polizei - würden vor der Siedlung bereit stehende Bulldozer eingesetzt, um die Siedlung zu zerstören.

Wirtschaftsinteressen

Viele der BewohnerInnen lebten schon seit deren Errichtung in den 1960er Jahren in der Siedlung. Hintergrund für die Zwangsräumungen scheint ein von der kenianischen Regierung geplanter Straßenbau in Nairobi zu sein.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die kenianischen Behörden und fordern Sie ein Ende aller widerrechtlichen Zwangsräumungen und konkret in diesem Fall Unterstützung für die Opfer.

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