Kolumbien: Investigativer Journalist mit Tod bedroht

AMR 23/007/2009
UA-046/2009
18. Februar 2009



Hollmann Morris beim internationalen Journalismus-Festival in Perugia, April 2008 teil (3. von links)

Der Journalist Hollman Morris erhielt per E-Mail zahlreiche Morddrohungen, in denen er der Mitgliedschaft in einer Guerrillagruppe beschuldigt und mit dem Tod bedroht wird.

Mutiger aufklärender Journalist

Hollman Morris betreibt den investigativen TV-Sender CONTRAVIA. Für diesen recherchierte er immer wieder zu brisanten Themen, u.a. über den lebensgefährlichen Alltag von GewerkschafterInnen ("Asesinato de Sindicalistas en Colombia", siehe Original in spanischer Fassung unter http://www.youtube.com/watch?v=oY8iEz5v8RI&feature=related; Film mit deutscher Untertitelung kann bei der AI-Arbeitsgruppe für verfolgte GewerkschafterInnen angefragt werden).

Recherche über FARC

In der letzten Jännerwoche 2009 befand sich Hollman Morris in einem abgelegenen Teil der südlichen Provinz Caquetá, um für CONTRAVIA Mitglieder der Guerilla-Bewegung FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia / "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens") zu interviewen. Während dieser Zeit ließ die FARC drei Polizeibeamte und einen Soldaten frei, die sie seit 2007 als Geiseln gehalten hatten. Hollman Morris wurde von der FARC darüber informiert und war somit bei deren Freilassung am 1. Februar 2009 vor Ort.

Anschuldigungen von höchster Ebene

Wenige Tage nach den Freilassungen warfen die Behörden dem Journalisten Verbindungen zur FARC vor. Sowohl Präsident Uribe (Pressekonferenz am 3. Februar: "eine Sache sind Sympathisanten von Terroristen, die sich als Journalisten ausgeben, und eine andere richtige Journalisten") als auch der Verteidigungsminister (Morris Hollman hätte "viel gemeinsam mit der FARC") griffen den Journalisten an. Seit diesen Äußerungen wird der E-Mail-Account des Fernsehsenders CONTRAVIA mit Morddrohungen zugespamt.

Helfen Sie mit.

Hollman Morris, seine Familie und seine KollegInnen sind in Gefahr. Appellieren Sie an die Behörden: Fordern Sie Schutz und warnen Sie die Behörden vor unbegründeten Anschuldigungen, welche MenschenverteidigerInnen in Gefahr bringen.

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