Kolumbien: Morddrohungen gegen Mitglieder der Nahrungsmittelgewerkschaft SINALTRAINAL hören nicht auf

IAR
Aktion zum 01. Mai 2010
Update vom 28. September 2010


Im September 2010 wurden einige Mitglieder der Gewerkschaft SINALTRAINAL erneut mit dem Tode bedroht. Bitte schicken Sie den Musterbrief ab.


Edgar Péaz und Alfonso Barón, Mitglieder von SINALTRAINAL

Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit. In zahlreichen Staaten der Welt werden gewerkschaftlich organisierte Menschen entlassen, bedroht, verhaftet, zu Gefängnisstrafen verurteilt, ermordet.

Als das gefährlichste Land für GewerkschafterInnen gilt Kolumbien. Seit Beginn der 1990-er Jahre wurden in Kolumbien über 2.000 GewerkschafterInnen ermordet; rund 140 Entführungen wurden nie aufgeklärt. Vielfach gingen Todesdrohungen voraus – mehr als 3.400 Morddrohungen sind seit 1991 dokumentiert.

SINALTRAINAL im Visier

Mitglieder der Gewerkschaft der NahrungsmittelarbeiterInnen SINALTRAINAL, darunter Präsident Javier Correa (siehe Foto), erhalten regelmäßig Morddrohungen.Im September 2010 erhielten Javier Correa, Edgar Paez, Fabio Olaya, Jairo Méndez, Rafael Esquivel und Martín Agudelo Todesdrohungen.

Bedroht werden auch die Angehörigen der GewerkschafterInnen. Der Sohn von José Domingo Florez, eines weiteren führenden Mitglieds von SINALTRAINAL, wurde im September 2007 von Paramilitärs entführt und misshandelt.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1982 wurden mindestens 23 Mitglieder von SINALTRAINAL ermordet, zuletzt Gustavo Gómez am 21. August 2009. Er wurde in seinem Haus von zwei Männern erschossen.

Paramilitärs agieren straffrei

Die TäterInnen sind in vielen Fällen Mitglieder paramilitärischer Gruppen. Offiziell wurden im Rahmen des Friedensprozesses 30.000 Para­militärs demobilisiert, trotzdem begehen die „schwarzen Adler“ (aguilas negras), wie sich die demobilisierten Paramilitärs nennen, weiterhin Menschenrechtsverletzungen - mit Duldung und Billigung des Staates. Die TäterInnen werden nicht zur Verantwortung gezogen.

SINALTRAINAL-Präsident Javier Correa erhielt Ende November 2009 wieder Morddrohungen - genau zu einer Zeit, als die Interamerikanische Menschenrechtskommission SINALTRAINAL informierte, dass sie bei den Behörden eine Ausweitung der Schutzmaßnahmen für die GewerkschafterInnen der SINALTRAINAL beantragen wird.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die Behörden und fordern Sie adäquaten Schutz für die Gewerkschaftsmitglieder. Laden Sie den aktualisierten Musterbrief herunter und schicken Sie ihn an den neuen Präsidenten.

Online-Petition unter: http://www.amnesty.de/petition/2009/4/schutz-fuer-gewerkschafter-kolumbien?destination=startseite

Musterbrief zum Runterladen


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