Kolumbien: Morddrohungen an Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und weitere MenschenrechtsverteidigerInnen

UA: 237/2010
AMR: 23/034/2010
12. November 2010


Diesmal kamen die Morddrohungen per SMS. Am 30. Oktober 2010 erhielten rund 30 Organisationen und Einzelpersonen die Aufforderung von der paramilitärischen Gruppierung "Schwarze Adler" auszuwandern, ansonsten würden sie umgebracht. Das Leben der Bedrohten ist in Gefahr.

Recht auf ein Leben in Würde

Unter den EmpfängerInnen der Morddrohungen befanden sich mehrere Personen und Organisationen aus afro-kolumbianischen und indigenen Gemeinschaften sowie sie unterstützende Organisationen. Eine Morddrohung ging an den kolumbianischen Gewerkschaftsbund CUT (Central Unitaria de Trabajadores).

Hintergrund ist der Kampf dieser Gemeinschaften um den Erhalt ihrer Umwelt und Lebensgrundlage, um ihnen ein Leben in Würde zu gewähren. Konkrete Anlassfälle sind Goldminen- und große Hydroelektrikprojekte, von denen die AnrainerInnen eine Gefährdung ihrer Existenz befürchten.

Vom 8.-12. Oktober 2010 hielten die afro-kolumbianischen Gemeinschaften und sie unterstützende Organisationen in Bogotá den "Volkskongress" zu diesen Anliegen ab. Insgesamt nahmen 17.000 Delegierte aus 220 Organisationen daran teil.

Verschärfung der Bedrohung rund um den "Volkskongress"

Am 10. Oktober 2010 sandten die paramilitärischen "Schwarze Adler" per E-Mail eine Morddrohung an 69 Nichtregierungsorganisationen und Personen.

Am 13. Oktober 2010 überlebte Luz Nery Ramírez Mosquera, Mitglied der landesweiten Vereinigung von vertriebenen Afro-KolumbianerInnen AFRODES (Asociación Nacional de Afrocolombianos Desplazados) einen versuchten Mordüberfall. Sie erkannte die beiden bewaffneten Männer als Mitglieder der Sicherheitskräfte. Die Aktivistin erhält vom Innenministerium Schutz, nachdem sie im Mai 2010 einem Überfall zum Opfer fiel, den sie zwar überlebte, bei dem aber ihr Mann getötet wurde.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an den neuen Präsidenten und Innenminister, die Morddrohungen zu untersuchen und den MenschenrechtsverteidigerInnen Schutzmaßnahmen zu gewähren.

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