Kolumbien: Schutz für MenschenrechtsverteidigerInnen

UA: 150/11
AMR 23/021/2011
17. Juni 2011



Ingrid Vergara, Sprecherin von MOVICE, erhält regelmäßig Morddrohungen

Am 14. Juni 2011 erhielten Franklin Torres, Candelaria Barrios und Pedro Geney, Mitglieder der Nationalen Bewegung der Opfer staatlicher Verbrechen (Movimiento Nacional de Víctimas de Crímenes de Estado, MOVICE) im Department Sucre, im Norden Kolumbiens, eine Todesdrohung per E-Mail.

Kampagne gegen MenschenrechtsaktivistInnen

Diese E-Mail wurde auch an die MitarbeiterInnen von MOVICE in Bogotà, die für die Sicherheit von MOVICE-Mitgliedern verantwortlich sind, gesandt. Darin wurde angedroht, dass die Absender des Schreibens eine Kampagne durchführen und der Befehl für die Ermordung der genannten Personen gegeben wurde.

Mehrere Morddrohungen in letzter Zeit

In den letzten Wochen und Monaten erhielten mehrere Mitglieder von MOVICE, darunter ihre Sprecherin Ingrid Vergara, Morddrohungen:

MenschenrechtsaktivistInnen werden ermordet

Immer wieder werden MenschnerechtsaktivistInnen in Kolumbien ermordet. Auch Mitglieder von MOVICE fielen Morden zum Opfer. Erst kürzlich, am 23. März 2011, wurde Eder Verbel Rocha, ein weiterer MOVICE-Aktivist, von zwei Paramilitärs in San Onofre (Norden Kolumbiens) erschossen.

Organisation für Wahrheit

MOVICE wurde 2004 als Zusammenschluss aus mehr als 200 Menschenrechts- und sozialen Nichtregierungsorganisationen ins Leben gerufen. Die Arbeit von MOVICE trug in bedeutendem Maße dazu bei, die Schwachstellen des “Gerechtigkeit und Frieden”-Programms aufzuzeigen (ein Programm zur Demobilisierung von paramilitärischen Gruppen). Die rechtlichen Grundlagen des Programms wurden von nationalen und internationalen Menschenrechtsorganisationen wie auch dem Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte und der interamerikanischen Menschenrechtskommission scharf kritisiert, da sie nicht die internationalen Standards bezüglich der Rechte der Opfer auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Entschädigung erfüllt und zudem Kolumbiens endemisches Straflosigkeitsproblem noch verschärft.

Zum Weiterlesen

Amnesty International hat immer wieder Appellaktionen für Ingrid Vergara, Sprecherin der Organisation, und weitere Mitglieder der Organisation, gestartet.

Ingrid Vergara ist eine der Einzelpersonen in Gefahr von Amnesty International Österreich: http://www.amnesty.at/aktiv_werden/menschen_in_gefahr/ingrid_vergara_erhaelt_morddrohungen/

Artikel in der AKVISTIN, Zeitschrift des Amnesty-Netzwerks Frauenrechte: http://frauenrechte.amnesty.at/wp-content/uploads/aktivistin/AKT4-10.pdf Appellaktion auf der Website der Amnesty-Arbeitsgruppe von verfolgte GewerkschafterInnen.

Helfen Sie mit.

Apppellieren Sie an die Behörden. Fordern Sie wirksame Schutzmaßnahmen für Ingrid Vergara und die MOVICE-Mitglieder.

Musterbriefe zum Runterladen

Solidaritätsgrüße

Schicken Sie Solidaritätsgrüße an Ingrid Vergara. Schreiben Sie auf Spanisch, Englisch oder Deutsch. Halten Sie die Nachricht einfach.

Beispieltexte (deutsch und spanisch):

„Liebe Ingrid, ich möchte dir bezüglich der wiederholten Einschüchterungsversuche, die dir passiert sind, meine Solidarität aussprechen. Ich hoffe, dass du deine Arbeit als Menschenrechtsverteidigerin bald wieder ohne Angst vor Vergeltung aufnehmen kannst. Viel Erfolg für deine Aktivitäten. Liebe Grüße, [Name]"

“Estimada Ingrid: Te envío mi solidaridad ante los repetidos actos de intimidación que has sufrido. Espero que pronto puedas desempeñar tu trabajo como defensora de los derechos humanos sin temor a represalias. Muchos éxitos en tus actividades. Cordialmente, [Name].“

Bitte schicken Sie Ihre Karten an:

Ingrid Vergara
Calle 38 No. 28 A 30
Barrio Bogotá
Sincelejo, Sucre
Kolumbien


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