Kolumbien: Erneut Morddrohungen gegen NGOs und GewerkschafterInnen

UA: 72/12
AMR 23/012/2012
1. März 2012

Gültigkeit: Sie können an dieser Aktion bis 12. April 2012 teilnehmen.


Mehrere Menschenrechtsorganisationen und MenschenrechtsverteidigerInnen wurden von Paramilitärs bedroht, die sie der Zugehörigkeit zur Guerrilla beschuldigten. Einige dieser Organisationen, darunter NGOs, die sich für die Rechte von Frauen einsetzen, wurden aufgefordert, Bogotá zu verlassen. Andere NGOs wurden zu militärischen Zielen erklärt.

Morddrohung vor Großdemonstration

Am 28. Februar 2012 gingen bei mehreren in Kolumbien tätigen NGOs Morddrohungen ein. Darauf aufgelistet waren die Namen von in Bogotá aktiven MenschenrechtsverteidigerInnen und Frauenrechtsorganisationen wie auch von NGOs, die sich für die Wiederherstellung von Landrechten engagieren.

Paramilitärs der Gruppe Black Eagles Capital Bloc forderten die NGO auf, "in der Frage der Wiederherstellung von Landrechten keinen weiteren Ärger zu machen, da wir jeden, der nicht aufhört, sich damit zu befassen, töten werden, so viel Schutz er auch erfährt. Wir geben Euch 30 Tage Zeit, um die Stadt zu verlassen."

Die Drohungen trafen eine Woche vor einer landesweiten Demonstration ein, zu der die Nationale Bewegung für Opfer von staatlichen Verbrechen (Movimiento Nacional de Victimas de Crimenes de Estado , MOVICE) aufgerufen hatte. MOVICE ist eine der NGOs, bei denen Morddrohungen eingegangen sind. Mit der Demonstration sollen die vollständige Wiederherstellung von Landrechten eingefordert und den Rechten der Opfer von Menschenrechtsverletzungen Nachdruck verliehen werden.

Vorangegangene Drohung unter Bezug auf Geheimdienst

Einen Tag zuvor hatte ein Kurier der in Bogotá ansässigen Anwaltskanzlei José Alvear Restrepo (Colectivo de Abogados José Alvear Restrepo, CCAJAR) eine Morddrohung zugestellt. In dieser Drohung hatte die paramilitärische Gruppierung Los Rastrojos Urban Commands drei landesweit tätige NGOs sowie GewerkschafterInnen und NGOs aus den Verwaltungsbezirken Antioquia, Tolima und Valle del Cauca zu militärischen Zielen erklärt.

In der Drohung wurde explizit auf geheimdienstliche Aktivitäten gegen die Organisationen hingewiesen. Es war die Rede von "Observation, Unterwanderung und Informationsbeschaffung von PolitikerInnen, Menschenrechtsorganisationen, GewerkschafterInnen und Vertriebenen". Die Kanzlei CCAJAR, das Solidaritätskomitee für politische Gefangene (Comité de Solidaridad con los Presos Politicos - CSPP) und MOVICE waren vom damaligen zivilen Sicherheitsdienst (Departamente Administrativo de Seguridad - DAS) bedroht und ohne gesetzliche Grundlage überwacht worden. Der DAS ist seit langem für seine Zusammenarbeit mit paramilitärischen Gruppen berüchtigt.

Helfen Sie mit.

Fordern Sie eine unabhängige Untersuchung über die Morddrohungen und Schutz für die bedrohten MenschenrechtsverteidigerInnen.

Musterbriefe zum Runterladen


zurück