Kolumbien: Morddrohungen gegen Ingrid Vergara und weitere MenschenrechtsverteidigerInnen

UA: 141/12
Index: AMR 23/021/2012
18. Mai 2012

Sie können an der Aktion bis 29. Juni 2012 teilnehmen.



Ingrid Vergara, Sprecherin von MOVICE, erhält regelmäßig Morddrohungen

Am 8. Mai 2012 erhielten drei MenschenrechtsverteidigerInnen und ein Rechtsanwalt in Sucre, im Norden Kolumbiens, Morddrohungen. Diese vier Personen setzen sich dafür ein, dass Kleinbauern das Land zurückerhalten, das während des bewaffneten Konflikts in Kolumbien rechtswidrig beschlagnahmt worden war.

Weitere MenschenrechtsverteidigerInnen, die sich für die Rückgabe von Land an Kleinbauern und gegen Straffreiheit einsetzen, erhielten Ende April ebenfalls Drohungen.

Morddrohung als Angebot eines Bestattungsunternehmens

Franklin Torres, Pedro Geney und Ingrid Vergara, MenschenrechtsverteidigerInnen und Mitglieder der Regionalgruppe Sucre des Verbands "Nationalen Bewegung für Opfer von staatlichen Verbrechen" (Movimiento Nacional de Víctimas de Crímenes de Estado - MOVICE) sowie Jeison Pava, der als Anwalt für die "Organisation zum Schutz der Menschenrechte" (Comité Permanente por la defensa de los derechos humanos - CPDH) tätig ist, erhielten am 8. Mai eine E-Mail, in der alle vier namentlich erwähnt und mit dem Tode bedroht wurden. Die Morddrohung wurde in Form eines Angebots eines Bestatters verschickt, der vier Särge zum Preis von zweien anbot. Die vier MenschenrechtsverteidigerInnen unterstützen Kleinbauern im Departamento Sucre, ihr Land zurückzubekommen.

MOVICE-Mitglieder und UnterstützerInnen in Gefahr

Am 29. April 2011 fand Rosa Amelia Hernández, eine Gemeindesprecherin im nördlichen Departamento Córdoba, die Verbindungen zu MOVICE hat, eine Gewehrkugel auf den Eingangsstufen ihres Hauses. Zwei Tage zuvor hatte sie Opfer der Landkonflikte auf einem Treffen zum Thema Landrückgabe vertreten. Am 28. April befand sich Hermés Verbel Rocha, ein Mitglied von MOVICE, auf der Terrasse des Hauses seiner Tochter, als sich zwei Männer auf einem Motorrad näherten. Einer der beiden Männer stieg vom Motorrad ab und ging mit einer Waffe in der Hand auf Hermés Verbel Rocha zu. Hermés Verbel Rocha rannte ins Haus, und die beiden Männer fuhren davon. Die Angehörigen der Familie Verbel Rocha kämpfen gegen Menschenrechtsverletzungen, die von Paramilitärs begangen wurden.

Ingrid Vergara und ihre MitstreiterInnen sind ständig in Gefahr; zur Information siehe ältere Urgent Actions:

Zum Nachlesen: Artikel in der AKVISTIN, Zeitschrift des Amnesty-Netzwerks Frauenrechte: frauenrechte.amnesty.at/wp-content/uploads/aktivistin/AKT4-10.pdf

Helfen Sie mit.

Fordern Sie von den Behörden für die bedrohten MenschenrechtsverteidigerInnen.

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