Kolumbien: Schüsse auf Gewerkschafter

AMR 23/029/2012
Urgent Action
9. August 2012

Gültigkeit: Sie können an dieser Aktion bis 20. September 2012 teilnehmen.


Die Gewerkschafter Oscar Arturo Orozco und Wilson Jaramillo befinden sich in Lebensgefahr. Am 4. August 2012 wurden zahlreiche Schüsse auf ihr Auto abgefeuert.

Angreifer auf Motorrad und am Straßenrand

Die beiden Gewerkschafter waren gerade im Auto von Manizales nach Palestina im Verwaltungsbezirk de Caldas unterwegs, als zwei Männer von einem Motorrad aus sowie weitere Männer, die am Straßenrand standen, Schüsse auf ihr Auto abgaben. Oscar Arturo Orozco und Wilson Jaramillo blieben unverletzt, obwohl das Auto von mehreren Schüssen getroffen wurde.

Engagiert als Gewerkschafter und in weiteren Organisationen

Oscar Arturo Orozco ist Präsident der Regionalsektion Departamento de Caldas des kolumbianischen Gewerkschaftsdachverbands (Central Unitaria de Trabajadores - CUT) und Wilson Jaramillo ist der regionale Generalsekretär. Beide Männer sind neben ihrer Tätigkeiten für CUT auch Mitglied der Nationalen Bewegung für Opfer von staatlichen Verbrechen (Movimiento Nacional de Víctimas de Crímenes de Estado, MOVICE) und der Gewerkschaft der ArbeiterInnen und Angestellten in der Elektrizitätsindustrie (Sindicato de Trabajadores de la Electricidad de Colombia, SINTRAELECOL).

Geplante Unterstützung für lokale Fischer

Die beiden Gewerkschafter waren auf dem Weg zu einem Treffen mit Fischern des Flusses Arauca. Die dortigen Fischer klagten über die Umweltschäden des Wasserkraftwerks Central Hidroeléctrica de Caldas, die ihre Existenzgrundlage massiv beeinträchtigen.

Gefährdete Gewerkschafter in Wachstumsbranchen

Die Bergbau-, Öl-, Gas- und Energiebranchen stellen die lukrativsten Industriezweige des Landes dar. Öl- und Bergbauexporterlöse machen einen großen Teil des Wirtschaftseinkommens aus, und aus Wasserkraft werden beträchtliche Mengen Energie gewonnen. Die vielversprechenden Wasser-, Bergbau-, Öl- und Gasindustrien sowie eine vermehrte Privatisierung wichtiger Teile dieser Branchen brachte große transnationale Konzerne nach Kolumbien.

GewerkschafterInnen, die sich in diesen Bereichen engagieren, fallen regelmäßig Menschenrechtsverletzungen zum Opfer - sei es in Verbindung mit Arbeitskämpfen, Kampagnen gegen Privatisierungen oder Kampagnen in Solidarität mit Gemeinden, die sich gegen Infrastrukturprojekte wehren.

Morddrohungen

In den vergangenen Jahren gingen bei SINTRAELECOL schriftlich Morddrohungen ein, zuletzt Mitte Juli 2012 in Form eines Blatt Papiers, auf dem Gewehrpatronen abgebildet waren. Nach Angaben von CUT wurden allein heuer zwölf GewerkschafterInnen in Kolumbien getötet. Insgesamt wurden seit 1986 2.896 GewerkschafterInnen ermordet. Verantwortlich dafür sind in den meisten Fällen Paramilitärs, die mit der Unterstützung oder sogar aktiven Beteiligung der Sicherheitskräfte operieren. Über 90 Prozent der Morde werden nicht strafrechtlich verfolgt.

Reduziertes Schutzprogramm

Der Angriff auf Oscar Arturo Orozco und Wilson Jaramillo kam zu einer Zeit, als die Mittel für das Schutzprogramm des Innenministeriums gekürzt wurden. Außerdem wurde soeben die Einstellung der Schutzmaßnahmen für Oscar Arturo Orozco angeordnet.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die Behörden und fordern Sie Schutz für die GewerkschafterInnen.

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