Kolumbien: Morddrohungen gegen GewerkschafterInnen der Nahrungsmittelgewerkschaft SINALTRAINAL

UA-325/2012
AMR 23/042/2012 und AMR 23/042/2012
8. November 2012 und 12. November 2012

Gültigkeit: Sie können an dieser Aktion bis 24. Dezember 2012 teilnehmen.



Javier Correa

Am 7. November 2012 erhielt Rafael Esquivel, ehemaliger SINALTRAINAL-Vorsitzender in Bugala­grande und Nestlé-Mitarbeiter eine Morddrohung, die auch weitere SINALTRAINAL-KollegInnen umfasste. Drei Tage zuvor hatten der derzeitige SINALTRAINAL-Vorsitzende in Bugala­grande Mauricio Valencia Tamayo und vier weitere SINALTRAINAL-Mitglieder Morddrohungen erhalten.

Zusammenhang mit Arbeitskampf

Am 4. November 2012 erhielt Mauricio Valencia Tamayo, derzeitiger Vorsitzender der Sektion Bugalagrande der Gewerkschaft der Beschäftigten in der Nahrungsmittelindustrie (Sindicato Nacional de Trabajadores de la Industria de Alimentos - SINALTRAINAL) eine Morddrohung per SMS. Die gleiche SMS ging an Wilson Alberto Riaño, Omar Rengifo, Edwin Mejía and Julio López, ebenfalls Mitglieder von SINALTRAINAL.

Alle fünf arbeiten bzw. arbeiteten für Nestlé in Bugalagrande, vor deren Firmengelände die GewerkschafterInnen seit 22. Oktober 2012 protestieren, um die Einhaltung von Abkommen mit dem Unternehmen zu erreichen.

"Schwarzer Dezember" angedroht

Am 7. November 2012 wurde bei Rafael Esquivel, einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma Nestlé und SINALTRAINAL-Vorsitzender in Bugala­grande, ein Flugblatt hinterlassen. Darin wurden er und William Escobar, Álvaro Vega, Wilson Sáenz, Javier Correa, Julio López, Onofre Esquivel, Alvaro Varela, Fabio Olaya, Mauricio Gomez und Jairo Crespo von SINALTRAINAL, dem kolumbianischen Gewerkschaftsdachverband (Central Unitaria de Trabajadores, CUT) und der Gewerkschaft des öffentliches Dienstes (Sindicato de Trabajadores del Municipio, SINTRAMUNICIPIO) als "auszuschaltende Objekte" ("objetivo a exterminar") aufgelistet.

Gewerkschaftsmitglieder im Visier der Paramilitärs

Seit Beginn der 1990-er Jahre wurden in Kolumbien über 2.000 GewerkschafterInnen ermordet; rund 140 Ent­führungen wurden nie aufgeklärt. Vielfach gingen Todes­drohungen voraus - mehr als 3.400 Morddrohungen sind seit 1991 dokumentiert.

Die TäterInnen sind in vielen Fällen Mitglieder para­militärischer Gruppen. Offiziell wurden im Rahmen des Friedensprozesses 30.000 Paramilitärs demobilisiert, trotzdem begehen die "schwarzen Adler" (aguilas negras), wie sich die demobilisierten Paramilitärs nennen, weiter­hin ungestraft Menschenrechtsverletzungen.

SINALTRAINAL wurde 1982 gegründet, um sich für die Rechte der Beschäftigten in der Nahrungsmittelindustrie einzusetzen. Seit ihrer Gründung wurden mindestens 22 SINALTRAINAL-Mitglieder getötet oder Opfer von Verschwindenlassen. Mitglieder der Gewerkschaft der Nahrungsmittelarbeiter­Innen SINALTRAINAL, darunter Präsident Javier Correa, erhalten regelmäßig Morddrohungen. Bedroht werden auch die Angehörigen der GewerkschafterInnen.

Helfen Sie mit.

Unterstützen Sie die Mitglieder der Gewerkschaft SINALTRAINAL mit Solidaritätsgrüßen.

Adresse:

GEWERKSCHAFT
SINALTRAINAL
Carrera 15, No. 35-18
Bogotá
KOLUMBIEN

Das Netzwerk Arbeit, Wirtschaft und soziale Rechte bietet dazu ein Grußaktion an; in Kürze nähere Informationen unter gewerkschafterinnen.amnesty.at/activity.htm.

Appellieren Sie an die Behörden und fordern Sie Schutz für die GewerkschafterInnen.

Musterbriefe zum Runterladen: englisch, deutsch


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