Kolumbien: OFP-Führungspersönlichkeiten Gloria Amparo Suárez und Yolanda Becerra bedroht

UA 037/2013
AMR 23/006/2013
13. Februar 2013

Gültigkeit: Sie können an dieser Aktion bis 27. März 2013 teilnehmen.



Gloria Amparo Suárez und Yolanda Becerra von der Frauenrechtsorganisation OFP in Barrancabermeja (Nordkolumbien) wurde gedroht, dass man ihren Kindern Gewalt antun würde.

Gloria Amparo Suárez und Yolanda Becerra von der Frauenrechtsorganisation OFP in Barrancabermeja (Nordkolumbien) wurde gedroht, dass man ihren Kindern Gewalt antun würde.

Persönliche Übermittlung der Drohung

Am 11. Februar 2013 suchte ein Mann das Büro der Frauenorganisation OFP (Organización Feminina Popular) auf und bat zunächst um Informationen über die Anforderungen für den Sekundarschulabschluss (bachillerato) für Erwachsene. Als sich Geschäftsführerin Gloria Amparo Suárez ihm zuwandte, fragte er sie: "Warum kümmert ihr euch nicht darum, anstatt euch auf Landesebene einzumischen und Theater zu machen?" (Por qué no se dedican a esto en vez de estar jodiendo a nivel nacional y estar formando alborotos?)

Fotos der Kinder am Handy

Der Mann fragte Gloria Amparo Suárez, ob sie wüsste, wo ihre Kinder seien. Dann zeigte er ihr Bilder von ihren Söhnen auf seinem Mobiltelefon und sagte: "Wir schon" (Nosotros sí). Er zeigte ihr auch ein Foto von Yolanda Becerra, der Vorsitzenden der OFP. Auf dem Bild ist zu sehen, wie sie aus ihrem Auto aussteigt, das sie im Zuge eines Regierungsschutzprogramms erhalten hatte. Er sagte: "Sag Becerra, wir beobachten all ihre Bewegungen. Also ihr wisst ja, hört auf mit dem Scheiß und seid ruhig. Wir wollen euch nicht aufmischen müssen." (Dígale a Becerra que sabemos todos sus movimientos así que ya saben paren esa mierda y calladitas que no las queremos joder.)

Laufende Bedrohung der OFP

Gloria Amparo Suárez und Yolanda Becerra setzen sich im Rahmen regionaler und nationaler Prozesse für das Recht von Opfern auf Wahrheit, Gerechtigkeit und Entschädigung ein. Sie erhalten immer wieder Drohungen von Paramilitärs.

Von den fast 140 Angriffen der Paramilitärs auf OFP-Mitglieder blieben die meisten unbestraft.

Amnesty-Bericht über MenschenrechtsverteidigerInnen am amerikanischen Kontinent in Gefahr

Das Schicksal der Frauen der OFP ist examplarisch für MenschenrechtsverteidigerInnen - was auch immer ihr Anliegen ist. Amnesty International publizierte kürzlich einen Bericht zu MenschenrechtsverteidigerInnen in Mittel- und Lateinamerika. Darin wird das Engagement ausgewählter Menschenrechtsverteidigerinnen in Ländern des amerikanischen Kontinents, darunter auch der Mitglieder der OFP, vorgestellt. Kürzlich berichteten wir über das Schicksal von Laísa Santos Sampaio (Brasilien), die ebenfalls im Bericht vorkam; in den kommenden Wochen werden wir weitere Schicksale aufgreifen und um Ihre Unterstützung ersuchen.

Der Bericht zeigt, wie MenschenrechtsverteidigerInnen eingeschüchtert, schikaniert, angegriffen und getötet werden. Sie werden in den Medien verleumdet, sie werden unter vorgeschobenen Anklagen inhaftiert und in unfairen Gerichtsverfahren verurteilt. Bestimmte Gruppen von MenschenrechtsverteidigerInnen sind besonders in Gefahr: das sind Menschen, die sich für Landrechte und das Recht auf Bodenschätze und natürliche Ressourcen einsetzen; AktivistInnen für LGTBI-Rechte (Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender-Personen und Intersex) und für MigrantInnen-Rechte, Menschen, die gegen Straflosigkeit auftreten und JournalistInnen, BloggerInnen und GewerkschafterInnen.

"Transforming Pain into Hope. Human Rights Defenders in the Americas", Dezember 2012

Unterstützung des Netzwerks für OFP

Im Laufe der Jahre hat unser Netzwerk Arbeit, Wirtschaft und soziale Rechte immer wieder die mutigen und bedrohten Frauen der OFP unterstützt, siehe

Im November 2007 besuchte Jackeline Rojas Castañeda Österreich. Es war sehr berührend, sie persönlich kennen zu lernen und vom Einsatz der OFP-Frauen und ihrer Gefährdung zu erfahren:

Bericht: amnesty-avg.blogspot.co.at/2007_11_01_archive.html

Helfen Sie mit.

Fordern Sie Schutz für die Schutz für die MenschenrechtsverteidigerInnen.

Musterbriefe zum Runterladen: englisch, deutsch, spanisch


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