Kolumbien: Morddrohungen gegen Gewerkschafter_innen und weitere Menschenrechtsaktivist_innen

UA-009/2015
AI-Index: AMR 23/001/2015
15. Jänner 2015

Gültigkeit: Sie können an der Aktion bis jedenfalls 26. Februar 2015 teilnehmen.



In Kolumbien wurden dutzende Menschenrechtsverteidiger_innen, Gewerkschafter_innen und Landrechtsaktivist_innen von der paramilitärischen Gruppierung Águilas Negras (Schwarze Adler) bedroht. Die Gruppe bezeichnet die Aktivist_innen zudem als "Guerillas".

Flugblatt mit Morddrohungen

Am 11. Januar erhielten ein Gewerkschafter und eine Menschenrechtsverteidigerin im Departamento Atlántico im Norden Kolumbiens ein Flugblatt der paramilitärischen Gruppierung Schwarze Adler Nordblock Atlantikküste (Bloque Norte Costa Atlántica Águilas Negras). In diesem Schreiben wurden Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschafter_innen, Landrechtsaktivist_innen, Rechtsbeistände von Betroffenen und die Verfasser_innen von Menschenrechtsberichten zu militärischen Zielen erklärt. Weiter heißt es dort: "Verlasst das Land oder versteckt euch wie Ratten, denn wir werden euch erledigen, einen nach dem anderen" (comiencen airce (sic) del pai (sic) o a escoderce (sic) como ratas por que (sic) los vamos a cabar (sic) uno por uno).

Rund 40 Menschen explizit bedroht

In der Morddrohung wurden etwa 40 Personen namentlich genannt, darunter Menschenrechtsverteidiger_innen, Gewerkschafter_innen, Landrechtsaktivist_innen sowie ein Beamter, der sich mit Landrückgabeangelegenheiten befasst und ein Priester. Außerdem werden verschiedene Menschenrechtsorganisationen bedroht. Die genannten Personen waren alle an einem Landrückgabeverfahren beteiligt oder in den Friedensprozess in den Departamentos Sucre, Bolivar, Cesar und Atlántico involviert. Unter den Bedrohten befinden sich auch Juan Martínez, Sprecher der Kleinbauerngemeinde El Tamarindo im Departamento Atlántico, und Mitglieder der Sektionen Atlántico und Sucre der Menschenrechtsorganisation Movimiento Nacional de Víctimas de Crímenes de Estado (MOVICE).

Lebensgefährliches Engagement

In Kolumbien sind Morddrohungen gegen und Morde an Gewerkschafter_innen und Menschenrechtsverteidiger_innen leider traurige Realität. Seit Jahren setzt sich das Amnesty-Netzwerk Arbeit, Wirtschaft und soziale Rechte für den Schutz der Gewerkschafter_innen und Menschenrechtsaktivist_innen ein.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die kolumbianischen Behörden und fordern Sie Schutz für die Aktivist_innen.

Schreiben Sie eine Nachricht an den Präsidenten über Facebook:


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