Kolumbien: Gefährlicher Einsatz gegen internationale Bergbauunternehmen

UA-093/2016
AMR 23/3938/2016
29. April 2016

Gültigkeit: Sie können an der Aktion bis jedenfalls 10. Juni 2016 teilnehmen.


Am 28. April 2016 erhielt Francia Márquez, Sprecherin der afro-kolumbianischen Gemeinde La Toma im kolumbianischen Verwaltungsbezirk Suárez eine Morddrohung per SMS. Unterschrieben war es mit dem Akronym für „kriminelle Banden“. Dies steht für paramilitärische Gruppen, die nach wie vor häufig mit den Sicherheitskräften zusammenarbeiten. In der Kurznachricht wurden zudem zwei weitere Sprecher*innen von La Toma bedroht.

Drohungen gegen lokale Aktivist*innen

Es war nicht der erste Einschüchterungsversuch. Francia Márquez und weitere Sprecher*innen von La Toma wurden in der Vergangenheit wiederholt bedroht, weil sie sich für die Einhaltung der territorialen Rechte der Gemeinde und gegen den Goldabbau in La Toma durch nationale und internationale Bergbauunternehmen einsetzen.

Am 27. April 2016 berichteten Mitglieder der Gemeinde, zwei unbekannte Männer auf einem Motorrad ohne Nummernschild gesehen zu haben, von denen einer sein Gesicht mit einem Schal verdeckt hatte. Sie hielten in Suárez im Verwaltungsbezirk Suárez und im Weiler Yolombó von La Toma an. Sie erkundigten sich, wo sich Alexa Leonor Mina und Mery Yein Mina aufhielten. Dies sind die Schwester und die Cousine von Francia Márquez. Beide Frauen sind Menschenrechtsverteidigerinnen und hatten am 25. April 2016 in Santander del Quilichao im Departamento de Cauca an einer Demonstration teilgenommen, um den Schutz ihrer Rechte auf Leben und auf angestammte Territorien einzufordern.

Illegale Aktivitäten von Bergbauunternehmen

Sprecher*innen der Gemeinde La Toma fordern von den kolumbianischen Behörden, dass diese gegen illegale Bergbauprojekte in der Umgebung aktiv werden. Am 11. Dezember 2014 einigten sich zwar die Regierung und die Gemeinde darauf, dass die illegalen Bergbauprojekte in La Toma beendet werden, bisher ist diesbezüglich allerdings kaum Fortschritt zu verzeichnen.

Helfen Sie mit.

Amnesty International fordert Schutz für die Aktivist*innen. Schicken Sie die Musterbriefe ab.


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