Kolumbien: Attentat auf Gewerkschafterin der ANTHOC

UA 128/01
AI Index: AMR 23/053/2001
24. Mai 2001

Follow Up: AMR 23/063/2001
18.6.2001



Gewerkschafterin wurde angeschossen

Am 13. Juni 2001 wurden Emma Gómez de Perdono und ihre Tochter Diana Perdono von Paramilitärs auf offener Straße angeschossen. Dieses Attentat zeigt, dass die Besorgnis von Amnesty International berechtigt war:

Drohanrufe bei GewerkschafterInnen

Am 9. Mai 2001 erhielt José Gilberto Olmos Cardozo, Mitarbeiter des Krankenhauses "San Juan de Dios" und Aktivist in der Gewerkschaft ANTHOC (Asociación Nacional de Trabajadores Hospitalarios y de Clínicas), einen Anruf von einem Mitglied der paramilitärischen Gruppe AUC (Autodefensas Unidas de Colombia), in dem er und eine Reihe anderer GewerkschaftsaktivistInnen aufgefordert wurden, die Stadt Honda innerhalb einer Woche zu verlassen.

Am selben Tag wurde auch Héctor Manuel Vanegas von der AUC angerufen. Der Mann am Telephon befahl, dass Héctor Manuel Vanegas ihn am 16 Uhr treffen solle. Bei diesem Treffen überreichte er ihm eine Liste von ANTHOC-AktivistInnen und sagte, dass diese Personen am 11. Mai die AUC treffen sollten. Wenn sie das nicht täten, würden sie getötet.

Die Liste umfasste folgende Namen:

Alfonso Naranjo, Olga Lucia Arias, Raquel Salinas, Gilberto Olmos, Erley Cadavid, Emma Gómez de Perdono, Cenelia Vasquez und Adriana Olmos

Nachdem die ANTHOC-AktivistInnen nicht zu diesem Termin erschienen, wurde ihnen befohlen, zu einem weiteren Treffen am 18. Mai zu kommen. Es wurde ihnen mitgeteilt, dass die Paramilitärs wüssten, wo sie zu finden wären.

Die ANTHOC-AktivistInnen meldeten diesen Vorfall sowohl der Fiscalía General de la Nación, dem Büro des Staatsanwalts in Honda als auch der Spitalsverwaltung, lokalen zivilen und militärischen Behörden sowie der Polizei der Stadt.

Permanente Bedrohung

Dass diese Drohanrufe durchaus ernst zu nehmen sind, zeigen Beispiele aus der Vergangenheit (siehe frühere Aktionen im Archiv) und das Attentat vom 13. Juni. Allein dieses Jahr (bis Mai 2001) wurden bereits 44 GewerkschaftsaktivistInnen, voriges Jahr 112 GewerkschaftsaktivistInnen, in Kolumbien getötet.

Was können Sie tun?

Schreiben Sie emails, Briefe oder Faxe an die kolumbianischen Behörden (Mustertext siehe unten):

Präsident von Kolumbien:

Senor Presidente Andres Pastrana Arango
Presidente de la Republica
Palacio de Nario
Carrera 8 No.7-26
Santafé de Bogota, Colombia

Fax: +57 1 5662071
email: apastra@presidencia.gov.co

Anrede: Dear President / Excmo. Sr Presidente

Innenminister:

Senor Armado Estrada Villa
Ministro del Interior
Ministerio del Interior
Palacio Echeverry
Carrera 8a, No.8-09, piso 2o.
Santafé de Bogota
Colombia

Fax: + 57 1 341 9583 /334 3960
email: minint@anticorrupcion.gov.co

Anrede: Dear Minister, / Sr. Ministro

Dear President,

I am writing to you to express my deep concern for the safety of activists of the Health Workers' Union (ANTHOC) and their relatives. Their names are:

José Gilberto Olmos Cardozo, Héctor Manuel Vanegas, Alfonso Naranjo, Olga Lucia Arias, Raquel Salinas, Gilberto Olmos, Erley Cadavid, Emma Gómez de Perdono and her daughter Diana Perdono, Cenelia Vasquez, and Adriana Olmos.

Emma Gómez de Perdono and her daughter Diana Perdono were shot by unidentified gunmen. This indicates that the death threats have to be taken very seriously.

Therefore, I am calling for an immediate, impartial and full inverstigation into the paramilitary threats and the assassination attempt against Emma Gómez de Perdono and her daughter Diana Perdono, and for those responsible to be brought to justice.

I urge that the authorities take immediate action to guarantee the safety of the persons mentioned above.

Furthermore, I urge that the authorities take immediate action to dismantle paramilitary groups, in line with stated government commitments and recommendations made by the UN and other intergovernmental organizations.

Yours sincerely,