Kolumbien: Weitere Morddrohungen an Gewerkschaftsmitgliedern

AI Index: AMR 23/055/2003
UA 246/03
19. August 2003


Nachdem die Gewerkschaft der Ölarbeiter (USO) in Cartagena/Kolumbien im Mai diesen Jahres Morddrohungen erhalten hatte, wurde wenig später, am 14. Juli, der ehemalige Leiter der Gewerkschaft, Marco Julio Diaz Fernandez, von Unbekannten erschossen.

Die damalige Drohung wurde per E-mail von der paramilitärischen Gruppierung Autodefensas Unidas de Colombia (AUC) an ein Büro der USO geschickt. Am 15. August kam es erneut zu einer Morddrohung. Dieses Mal erhielt das USO Büro in Barrancabermeja einen Brief mit folgendem Inhalt:

"Die bewaffnete MDU Gruppierung (=Muerte a Dirigentes de la USO; Tod den USO Anführern), die sich nach reiflichem Studium der USO Hurensöhne nun ihrer Entscheidung sicher ist, hat befohlen die Ersten zu töten die von unserer MDU Organisation zur Exekution bestimmt sind. Hiermit veröffentlichen wir die ersten Märtyrer die von uns erschossen werden: Mauricio Alvarez, Victor Jaimes, Juvencio Serpa und Elkin Menco."

Aufgrund der hohen Anzahl an tatsächlichen Ermordungen kolumbianischer Gewerkschaftsmitglieder (172 Fälle im Jahr 2002) ist Amnesty International sehr besorgt um die Sicherheit der genannten Personen.

Helfen Sie mit.

Schicken Sie Briefe, Faxe oder E-mails an eine der folgenden Adressen.

Adressen:

Präsident von Kolumbien:

Señor Presidente Álvaro Uribe Vèlez
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26
Santafé de Bogotá
Colombia

Fax: 0057 1 342 0592 / 337 5890
eMail: auribe@presidencia.gov.co

Musterbrief

 

Innen- und Justizminister

Sr. Fernando Londoño Hoyos
Ministro del Interior y de Justicia
Ministerio del Interior
Palacio Echeverry, Carrera 8a, No.8-09, piso 2o.
Santafé de Bogotá, Colombia

Fax: + 57 1 566 4573
eMail: mininterior@myrealbox.com
minisint@col1.telecom.com.co

Anrede: Dear Minister,

Generalstaatsanwalt

Dr. Luis Camilo Osorio
Fiscal General de la Nacion
Diagonal 22B 52-01
Santafe de Bogota

Fax: +57 15 70 2022/2017

Anrede: Dear Dr. Osorio,

Im Fall dass sich jemand unter der Faxnummer meldet, einfach sagen: "me da tono de fax por favor por Dr. Osorio".

Mustertext (englisch)

Dear President,

I would like to express my deep concern for the safety of members of the Union Sindical Obrero (USO), Oil Workers Trade Union, especially for those in Barrancabermeja who received on August 15th a written death threat sent by the paramilitary group MDU ( Muerte a Dirigentes de la USO ). In this threat they announced the names of four union leaders who are going to be shot by them.

In the past USO trade unionists have been repeatedly threatened and have also been victims of extrajudicial executions and disappearences committed by paramilitary groups. Could you be so kind as to inform me what actions you will take to guarantee the safety of those at risk?

Furthermore, I request a full and impartial investigation into this latest threat and that the results be made public and those found responsible for supporting and participating in such groups be brought to justice. I call for a full and impartial investigation into links between the security forces and paramilitary groups.

Finally, I urge that the authorities take immediate action to dismantle paramilitary groups, in line with stated government commitments and recommendations made by the UN and other intergovernmental organizations.

Yours sincerely,

Mustertext (deutsch)

Sehr geehrter Herr Präsident !

Ich möchte meine tiefe Sorge um die Sicherheit der Mitglieder der USO, der Gewerkschaft der Ölarbeiter, zum Ausdruck bringen, insbesondere der Mitglieder in Barrancabermeja, die am 15. August eine Morddrohung der paramilitärischen Gruppe MDU ( Muerte a Dirigentes de la USO) erhielten. Darin wurden die Namen von vier Gewerkschaftsführern genannt, die als erste erschossen werden würden.

In der Vergangenheit wurden Mitglieder der USO immer wieder bedroht und wurden Opfer von außergerichtlichen Exekutionen und Entführungen, die von paramilitärischen Einheiten begangen wurden. Bitte teilen Sie mir mit, welche Maßnahmen für deren Sicherheit ergriffen werden.

Weiters fordere ich Sie höflichst auf, umfassende und unabhängige Untersuchungen über diese letzte Morddrohung und mögliche Verbindungen zwischen Sicherheitskräften und paramilitärischen Gruppen zu veranlassen und die Ergebnisse zu veröffentlichen.

Abschließend fordere ich, dass diejenigen, die einer solchen Gruppierung angehören beziehungsweise sie unterstützen, vor Gericht gebracht werden und verlange - in Hinblick auf Regierungsvereinbarungen und Empfehlungen der UN - dass sofortige Maßnahmen zur Auflösung solcher paramilitärischen Gruppierungen ergriffen werden.

Hochachtungsvoll,