Kolumbien: Mordanschlag auf Gewerkschafter

AI Index: AMR 23/057/2003
UA 253/03
27. August 2003


Amnesty International ist in großer Sorge um die Sicherheit des Gewerkschafters Juan Carlos Galvis, dem Vize-Präsidenten der regionalen Barrancabermeja-Sektion der landesweiten Nahrungsmittelgewerkschaft SINALTRAINAL (Sindicato Nacional de Trabajadores de la Industria de Alimentos), nachdem er einem Anschlag auf sein Leben knapp entronnen war.

Versuchte Ermordung

Der Anschlag ereignete sich am 22. August 2003 zu Mittag, als Juan Carlos Galvis in einem kugelsicheren Auto im Viertel Buenos Aires in der Stadt Barrancabermeja unterwegs war. Ein unbekannter, nicht-identifizierbarer Mann schoss zweimal auf das Auto. Die Leibwärter, die zu dem Zeitpunkt Juan Carlos Galvis begleiteten, erwiderten das Feuer, der Angreifer floh auf einem Motorrad.

Öffentliche Morddrohungen

Dem Anschlag war eine öffentliche Erklärung seitens der Vereinigung "Tod den GewerkschafterInnen" MASIN (Muerte a sindicalistas), einer vermutlich paramilitärischen Gruppe, vorausgegangen. MASIN hatte im März angegeben, die Ermordung von GewerkschafterInnen und sozialen AktivistInnen in Barrancabermeja zu planen.

Lebensgefahr in Barrancabermeja

Barrancabermeja wird von paramilitärischen Gruppierungen, die von der Armee unterstützt werden, belagert, welche trotz der hohen Präsenz von Sicherheitskräften ganze Viertel der Stadt kontrollieren und tyrannisieren. Opfer der oft tödlichen Anschläge und Entführungen sind GewerkschafterInnen und sonstige Menschen, die sich für soziale Belange engagieren. Im Visier der paramilitärischen Gruppen sind auch die Mitglieder der Frauenorganisation Organisation Femenina Popular (OFP). Wie die OFP in einer Aussendung vom 28. August 2003 berichtete, wurde erst wieder am 27. August der 41-jährige José Armando Garzón Rueda, Ehemann der OFP-Aktivistin Julia Sierra, von bewaffneten Vermummten in Barrancabermeja entführt. Die Frauenorganisation macht dafür die Paramilitärs verantwortlich.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die kolumbianischen Behörden und erinnern Sie diese an ihre Verantwortung: Sie müssen den Schutz von Gewerkschaftern wie Juan Carlos Galvis und von sozialen AktivistInnen wie den Mitgliedern der OFP gewährleisten.

Adressen:

Präsident von Kolumbien:

Señor Presidente Álvaro Uribe Vèlez
Presidente de la República
Palacio de Nariño
Carrera 8 No. 7-26
Santafé de Bogotá
Colombia

Fax: 0057 1 342 0592 / 337 5890
eMail: Mailformular des Präsidenten
Die Felder heißen von oben nach unten: Vorname, Nachname, E-Mail, Betreff. Ausfüllen und dann auf Enviar klicken.

Musterbrief

 

Innen- und Justizminister

Sr. Fernando Londoño Hoyos
Ministro del Interior y de Justicia
Ministerio del Interior
Palacio Echeverry, Carrera 8a, No.8-09, piso 2o.
Santafé de Bogotá, Colombia

Fax: + 57 1 566 4573
eMail: mininterior@myrealbox.com
minisint@col1.telecom.com.co

Anrede: Dear Minister,

Mustertext (englisch)

Dear Mr. President,

I strongly express my concern for the safety of Juan Carlos Galvis, other SINALTRAINAL members and trade unionists in Brrancabermeja as well as the members of the women's organization Organisación Femenina Popular (OFP). Could you be so kind as to inform me what action you will take to guarantee their safety.

Furthermore, I call for full and impartial investigations into the attempted killing of Juan Carlos Galvis and into the death threats against trade unionists and social activists in Barrancabermeja, with the results of these investigations made public and those responsible brought to justice.

Yours sincerely,

Mustertext (deutsch)

Sehr geehrter Herr Präsident!

Ich möchte meine Sorge über die Sicherheit von Juan Carlos Galvis, weiteren Mitgliedern der SINALTRAINAL und GewerkschafterInnen sowie den Mitgliedern der Frauenorganisation Organisación Femenina Popular (OFP) zum Ausdruck bringen. Bitte teilen Sie mir mit, welche Maßnahmen für deren Sicherheit ergriffen werden.

Weiters fordere ich Sie höflichst auf, umfassende und unabhängige Untersuchungen über den versuchten Mordanschlag auf Juan Carlos Galvis und über die Morddrohungen gegen die GewerkschafterInnen und sozialen AktivistInnen in Barrancabermeja zu veranlassen, deren Ergebnisse bekannt zu machen und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.

Hochachtungsvoll