Kolumbien: Morddrohungen gegen Gewerkschafter und seine Familie

AI Index: 23/50/2006
UA 333/06
18. Dezember 2006


Vor einem Monat erhielt Marqueza Arrieta, Mutter eines prominenten kolumbianischen Gewerkschafters, Morddrohungen von mehreren vermutlich aus Kreisen der Paramilitärs stammenden Männern. Eigentliches Ziel der Einschüchterungen ist ihr Sohn, Domingo Tovar Arrieta. Er und seine ganze Familie sind in großer Gefahr.

Drohung auf offener Straße

Am 4. Dezember 2006 wurde Marqueza Arrieta auf der Straße von zwei Männern auf Motorrädern mit den Worten "wir werden dich umbringen, du bist gewarnt worden" angehalten. Dies war die letzte und schwerste einer Reihe von Drohungen, die sie in den vergangenen Jahren erhalten hatte. Sie meldete den Vorfall dem zuständigen Staatsanwalt in ihrer Heimatstadt Corozal, Department Sucre.

Domingo Tovar Arrieta ist Leiter der Menschenrechtsabteilung der Central Unitaria de Trabajadores (CUT), der kolumbianischen GewerkschafterInnenvereinigung. Seit November 2003 wird er wiederholt mit dem Tod bedroht, nachdem er und die CUT eine Kampagne unterstützten, die die Wählerinnen und Wähler aufrief, sich eines Referendums zu enthalten, in dem die kolumbianische Regierung um Unterstützung für weit reichende soziale und wirtschaftliche Reformen warb. Die Regierung verlor das Referendum.

Ständige Einschüchterungen

Im März berichtete die CUT in einer Presseaussendung, dass von der Armee unterstützte Paramilitärs im Department Cordoba eine Reihe von GewerkschafterInnen auf eine Todesliste gesetzt hätten. Vermutlich, weil sich diese kritisch gegenüber des von der Regierung unterstützten Prozesses der Demobilisierung von paramilitärischen Verbänden geäußert hatten. Gemäß dieser Presseaussendung wären Mitglieder der XII. und XVII. Brigade der Armee in die Ausführung der Morde verwickelt und sei Domingo Tovar eines der Schlüsselziele. Die CUT verurteilte auch die Drohungen gegen ihn und seine Familie und berichtete, dass er beinahe täglich von Unbekannten in Fahrzeugen ohne Nummernschilder beobachtet und verfolgt werde. Bereits zahlreiche andere GewerkschafterInnen und MenschenrechtsverteidigerInnen, die auf diese Weise unter Beobachtung standen, wurden in der Folge durch die Armee oder Paramilitärs getötet.

Im September 2006 richtete Domingo Tovar Arrieta ein Schreiben an die kolumbianische Regierung und an die interamerikanische Menschenrechtskommission, in welchem er sich über wiederholte telefonische Morddrohungen gegen ihn und seine Familie beschwerte.

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