Mexiko: MigrantInnen in Gefahr

UA: 011/2009
AMR 41/002/2009
15. Jänner 2009


Am 9. Jänner 2009 schossen in San Cristóbal de las Casas PolizistInnen des Bundesstaates Chiapas auf einen Lastwagen, in dem sich MigrantInnen ohne Papiere befanden. Drei MigrantInnen wurden getötet und acht weitere schwer verletzt. Amnesty International befürchtet etwaige Vergeltungsmaßnahmen gegen die MigrantInnen, die gegen die für diesen Übergriff Verantwortlichen ausgesagt haben.

Schüsse gegen Lastwagen mit MigrantInnen

Etwa 45 MigrantInnen aus Salvador, Honduras, Guatemala, Ecuador und China befanden im Laderaum des Lastwagens.

Vier PolizistInnen verfolgten den Lastwagen und forderten den Fahrer über einen Lautsprecher auf zu halten. Als der Lastwagen trotzdem weiterfuhr, eröffneten die Polizisten das Feuer. "Sie schossen auf uns wie auf Tiere", berichtete einer der überlebenden MigrantInnen.

Der angeschossene Lastwagen prallte schließlich gegen einen Baum.

Tote und Verletzte

Nach dem Unfall flüchteten einige MigrantInnen in das Unterholz am Rand der Straße und entkamen so der Polizei. Über ihren derzeitigen Aufenthaltsort ist nichts bekannt.

Die übrigen MigrantInnen wurden von der Polizei aus dem Lastwagen geholt:

Abschiebung

In den darauf folgenden Tagen wurden die MigrantInnen der Migrationsbehörde übergeben:

Repressalien befürchtet

Alle MigrantInnen, die Zeugen der Schießerei waren, laufen Gefahr, aufgrund ihrer Aussagen gegen die Polizeibeamten bedroht, schikaniert oder eingeschüchtert zu werden.

Menschenrechtsverletzungen gegen MigrantInnen

Hunderttausende Menschen aus Mittel- und Südamerika versuchen jedes Jahr über Mexiko in die USA zu gelangen. Viele werden von den mexikanischen Einwanderungsbehörden festgenommen und in ihre Herkunftssländer abgeschoben. Viele MigrantInnen werden von Banden entführt, die zum Teil mit Angehörigen der lokalen Behörden zusammenarbeiten. Die Banden und die korrupten BeamtInnen werden fast nie vor Gericht gestellt, während Menschen, die sie anzeigen, mit Vergeltungsmaßnahmen und konstruierten Anklagen rechnen müssen. Durch die bestehende Straflosigkeit haben die Menschenrechtsverletzungen gegen MigrantInnen seit 2003 zugenommen.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die mexikanischen Behörden und fordern eine unabhängige und umfassende Untersuchung des Überfalls sowie Schutz für die MigrantInnen.

Adressen:

Gouverneur des Bundesstaates Chiapas
Lic. Juan José Sabines Guerrero
Gobernador del Estado de Chiapas
Palacio de Gobierno
1º piso, Col. Centro
C.29000 Tuxtla Gutiérrez
Chiapas
MEXIKO

Korrekte Anrede: Dear Governor/Señor Gobernador
Fax: (00 52) 961 618 8050.
(Sie werden dann gebeten, die Durchwahl 21122 einzugeben)
E-Mail: juansabines@chiapas.gob.mx

Justizminister des Bundesstaates Chiapas
Lic. Amador Rodríguez Lozano
Ministro de Justicia del Estado de Chiapas
Libramiento Norte s/n, tercer nivel
Col. Infonavit "El Rosario"
CP 29049 Tuxtla Gutiérrez
Chiapas
MEXIKO

Korrekte Anrede: Dear Minister/Señor Ministro
Fax: (00 52) 961 61 657 24
E-Mail: arodriguez@mje.chiapas.gob.mx

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