Mexiko: Unabhängige Gewerkschafter wurden überfallen

UA 187/10
AI-Index: AMR 41/061/2010
27. August 2010

Die Aktion läuft bis 8. Oktober 2010.


Die unabhängigen Gewerkschafter Cándido Corona Barruecos und Virgilio Meléndez Montiel wurden an ihrem Arbeitsplatz - einer Fabrik, welche die US-Firma Johnson Controls Inc. bzw. eine ihrer Tochterfirmen gepachtet hat, im Industriegebiet Resurrección nahe der Stadt Puebla - von bewaffneten Männern bedroht und angegriffen. Mitglieder einer Organisation für Arbeitsrechte, welche die Gewerkschafter unterstützt, erhielten Morddrohungen.

Geißelnahme und Überfall

Am 16. August hielten mehrere bewaffnete Männer Cándido Corona und Virgilio Meléndez etwa sieben Stunden lang in der Fabrik fest. Die Angreifer schlugen die beiden Gewerkschafter ins Gesicht, in die Magengrube und auf den Rücken und drohten ihnen, sie oder ihre Familien zu töten, falls sie nicht ihren Arbeitsplatz in der Fabrik aufgäben.

Auftragsüberfall seitens gelber Gewerkschaft

Amnesty International geht davon aus, dass die Bewaffneten mit dem regierungsnahen Gewerkschaftsverband Confederación de Organizaciones Sindicales (COS) in Verbindung stehen, der in der Fabrik aktiv ist. Der COS ist seit vielen Jahren die „offizielle“ Gewerkschaft der Fabrik. In Mexiko sind „offizielle“ Gewerkschaften von den Behörden und ArbeitgeberInnen erlaubt, wenn sie die ArbeiterInnen in dem Sinne vertreten, dass sie im Interesse der ArbeitgeberInnen handeln.

Cándido Corona und Virgilio Meléndez gehören zu einer Gruppe von 16 unabhängigen GewerkschafterInnen, welche die COS in Frage stellen. Mexiko hat eine lange Geschichte großer offizieller Gewerkschaften, die in Abstimmung mit der Firmenleitung agieren. Auf die Versuche von ArbeiterInnen, unabhängige Gewerkschaften zu gründen, wurde oft mit Gewalt reagiert.

Polizei schaut weg

Als Cándido Corona und Virgilio Meléndez endlich von ihren Angreifern freigelassen wurden, befanden sich PolizistInnen vor der Fabriksgebäude.

Aber die Polizei nahm keine Ermittlungen auf oder verhaftete die Verdächtigen.

Einschüchterung für UnterstützerInnen

Angehörige eines örtlichen unabhängigen Zentrums zur Unterstützung von ArbeiterInnen, das Centro de Apoyo al Trabajador (CAT), unterstützen die 16 unabhängigen GewerkschafterInnen bei ihrer Kritik an der offiziellen Gewerkschaft und der Sicherung der dortigen Rechte der ArbeiterInnen. Mehrere Angehörige des CAT erhielten ebenfalls Morddrohungen.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die Behörden und fordern Sie Schutz für die unabhängigen GewerkschafterInnen.

Adressen:

INNENMINISTER
Lic. José Francisco Blake Mora
Secretaría de Gobernación
Bucareli 99, 1er. piso,
Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc,
México D.F., C.P.06600
MEXIKO

(korrekte Anrede: Señor Secretario/Dear Minister)
Fax: (0052) 55 5093 3414
E-Mail: secretario@segob.gob.mx
GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES PUEBLA
Lic. Mario Marín Torres
Gobernador del Estado de Puebla
Casa Aguayo, Av. 14 oriente 1204
Colonia El Alto
CP 72000, Puebla, Puebla
MEXIKO

(korrekte Anrede: Estimado Gobernador/Dear Governor)
Fax: (00 52) 222 213 8805
E-Mail: gobernador@puebla.gob.mx
STAATSANWALT VON PUEBLA
Lic. Rodolfo Archundia Sierra
Procuraduría General de Justicia del Estado
Boulevard Héroes del 5 de Mayo y 31 Oriente
Col. Ladrillera de Benítez, Puebla, CP 72539
Puebla
MEXIKO

(korrekte Anrede: Estimado Señor Procurador/Dear Attorney General)
Fax: (00 52) 222 243 5933
E-Mail: particular.pgj.puebla@hotmail.com

Appellbrief:

Dear Secretary / Dear Governor / Dear Attorney,

I am writing to you to express my concern for the safety of Cándido Corona, Virgilio Meléndez, their colleagues and families. I call on the Puebla state authorities to investigate the 16 August attack and bring those found to be responsible to justice.

I urge you to provide Cándido Corona, Virgilio Meléndez, their colleagues and families with effective protection in strict accordance with their wishes.

Please ensure that the right of all trade unionists to freedom of association is guaranteed.

Yours sincerely,

Ein Beispiel für einen spanischen Appellbrief finden Sie unter http://www.amnesty.at/aktiv_werden/menschen_in_gefahr/urgent_action/taetlicher_angriff_und_morddrohungen/

Musterbriefe zum Runterladen


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