Mexiko: AktivistInnen für MigrantInnen in Gefahr

UA-135/2011
AMR 41/026/2011
10. Mai 2011
Diese Aktion läuft jedenfalls bis 21. Juni 2011.



Häufig werden MigrantInnen in Mexiko Opfer krimineller Banden: © Amnesty International (Photo: Ricardo Ramírez Arriola)

Der Leiter der Migrantenunterkunft Albergue Frontera Digna, Pater José Guadalupe Valdés, weitere ehrenamtliche MitarbeiterInnen sowie MigrantInnen in der Stadt Piedras Negras (Bundesstaat Coahuila, an der Grenze zu den USA) sind in Gefahr: Am 9. Mai 2011 wurde ein Mitarbeiter angegriffen.

Gewaltsamer Überfall

Der Mitarbeiter hatte einen Migranten zu der Bushaltestelle begleitet und war auf dem Rückweg zur Migrantenunterkunft. Da fragte ihn ein Mann nach einem Feuerzeug. Sekunden später wurde er von mehreren Männern gepackt und in einen Lieferwagen gedrängt, wo sie ihm einen Plastiksack über den Kopf stülpten. Einer der Männer hielt ihm eine Pistole an den Kopf und sagte: "Hast du schon einmal Russisches Roulette gespielt? Wenn dich die Kugel erwischt, bist du weg". Er betätigte den Abzug der Pistole, doch das Patronenlager war leer. Bevor ihn die Männer frei ließen, erklärten sie dem Mitarbeiter, der Angriff sei eine Reaktion auf seine Weigerung, mit ihnen zusammen zu arbeiten.

Gefahr für Leben

Der betroffene Mitarbeiter verließ in Folge die Migrantenunterkunft, weil er um sein Leben fürchtet.

Vorangegangene Morddrohungen

Zuvor hatten MitarbeiterInnen der Migrantenunterkunft Drohanrufe von Unbekannten erhalten. Eine Woche vor dem Zwischenfall wurde mehrfach versucht, die Eingangstür der Unterkunft gewaltsam zu öffnen.

Die Angreifer werden einer kriminellen Gang, die zu einer Entführerbande gehört, zugeschrieben.

Unzureichender Schutz

In der Vergangenheit wurden mehrfach bei den zuständigen Behörden Strafanzeigen wegen Angriffen und Einschüchterungsversuchen gegen MitarbeiterInnen und MigrantInnen eingereicht. Die Nationale Menschenrechtskommission ordnete daraufhin Sicherheitsmaßnahmen an - doch diese sind unzureichend.

Amnesty International befürchtet weitere Drohungen und Angriffe auf MitarbeiterInnen der MigrantInnenunterkunft und auf MigrantInnen in der Stadt Piedras Negras, sofern keine wirksameren Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Ständige Gefahr

Immer wieder sind Menschen, die sich in Mexiko für MigrantInnen einsetzen, in Gefahr; wie diverse Aktionen auf unserer Website (--> ACTION - Suche nach Ländern) belegen. Der internationale Druck bewirkt, dass die Behörden reagieren und Schutzmaßnahmen - wenngleich (anfangs) nur eingeschränkt - bereit stellen (siehe den Erfolg zu Pater Solalinde.

Helfen Sie mit.

Appellieren Sie an die Behörden und fordern Sie Schutz für Pater José Guadalupe Valdés, weitere ehrenamtliche MitarbeiterInnen der Migrantenunterkunft Albergue Frontera Digna sowie für MigrantInnen in der Stadt Piedras Negras.

Musterbriefe zum Runterladen

INNENMINISTER
Lic. José Francisco Blake Mora
Secretario de Gobernación
Bucareli 99, 1er piso, Col. Juárez, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P. 06600
MEXIKO

Fax: (00 52) 55 3003 2900, Durchwahl 32356
E-Mail: secretario@segob.gob.mx
GOUVERNEUR DES BUNDESSTAATES COAHUILA
Jorge Torres López
Gobernador del Estado de Coahuila
Palacio de Gobierno, 1er. Piso Juárez e Hidalgo s/n, Saltillo, C.P. 25000
Coahuila
MEXIKO

Fax: (0052) 844 438 0728 ("me puede dar tono de fax por favor")
BÜRGERMEISTER DER STADT PIEDRAS NEGRAS
Lic. Oscar Fernando Lopez Elizondo
Monterrey y Av.16 de Septiembre S/N
Col. Las Fuentes
C.P. 26010
Coahuila
MEXIKO


zurück